Die Zeit verging wie im Flug...

Mein fotografischer Jahresrückblick 2019

Ist das Jahr schon wieder zu Ende? OK, dann ist Zeit für einen Jahresrückblick. Schade eigentlich, denn das Jahr hat gut angefangen und gut aufgehört. Zwischendrin war auch nicht alles schlecht. OK, die 8 Wochen an Krücken hätte ich mir gerne gespart. Aber ich habe die zwanghafte Zeit zur Ruhe gut genutzt, um diesen Blog hier technisch aufzumotzen. Aber der Reihe nach: am Anfang war ich mit Viva Con Agua in Äthiopien.

Mit Micha Fritz erlebt man auf Reisen ja immer was. Diesmal war es allerdings sogar meine Idee mitten in Äthiopien zu einem Fotografen zu gehen. Mit betreten des Ladens in Debre Markos hatte ich dann aber schon die Fäden des Handels verloren. So entstand eine wunderbare Erinnerung zusammen mit Yaye, dem ihr unbedingt auf Instagram folgen solltet. Yaye ist sowas wie der Mastermind eines Viertels mit rund 3000 Bewohnern in Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien. Ein Wahnsinnstyp!

Natürlich gibt es in Äthiopien die Fotos nur ausgedruckt beim Fotografen. Hier das abfotografierte Positiv. Es entstand übrigens vor einer eher schmucklosen schwarzen Wand. Hinterher hat der Fotograf dann noch Fotos mit uns Weißnasen gemacht.

Zurück in Deutschland hatte ich dann Wladimir Klitschko vor der Linse. Sogar mehr als einmal, aber diese Doppelseite in der Lebensmittelzeitung in einem nicht besonders pittoresken Büro, war zugleich auch die erste große Sache, die ich mit der Nikon Z7 fotografierte. Dazu später mehr.

Meine Bilder von Wladimir Klitschko bei einem Pressegespräch in der Lebensmittelzeitung

Das Schöne am Fotografendasein ist die Vielfalt der Tätigkeiten. Und gerade bei Events müssen ja viele Dinge gleichzeitig im Blick behalten werden. So hatte ich das Vergnügen zusammen mit rund 8 Fernsehteams und weiteren 12 Fotografen, die Grundsteinlegung vom neuen Angelpunkt in der Hafencity zu fotografieren. Als es zum Gruppenbild mit Dame kam, habe ich rund 30 Bilder in wenigen Sekunden geschossen und gleichzeitig über der Kamera versucht die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Ein Bild hat den wichtigen Blick aller Beteiligten für meine Kamera bekommen. 5 Minuten später war das Bild übern Äther beim Kunden, der damit den Presseverteiler fütterte. Besonders glücklich bin ich darüber, dass der Schriftzug unten am Grundstein mit im Bild ist – aber natürlich haben die meisten Zeitungen es ohne den Aufdruck gedruckt, weil dann weniger Platz für den Text verloren geht. Mir egal 😉

Und weiter ging’s…

Zwischendurch war noch die Millerntor Gallery und ich fotografierte alte und neue Bekannte. Und sah, wie sich Michael Fritz das Viva Con Agua Logo auf den Arsch tätowieren ließ – von jemandem, der noch nie eine Tätowiernadel in der Hand gehalten hatte.

Im September gab es dann endlich mal wieder eine feierliche Eröffnung einer neuen Werkshalle – die Grundsteinlegung hatte ich zwei Jahre vorher fotografiert.

Auch dabei – tolles Essen, eine Kubanerin, die frische Zigarren für die Gäste rollte und Stuntfahrer, die mitten in der Nacht über Schanzen springen.

Ein weiterer toller Auftrag ist leider noch nicht veröffentlicht und daher kann ich dir noch keine Bilder zeigen. Aber ich durfte mehrere Tage mit etlichen Komparsen arbeiten. Das war interessant. Aber manchmal dauert es eben recht lange, bis die Bilder dann in die Öffentlichkeit kommen. In 2018 war ich zum Beispiel für eine Kreuzfahrt gebucht und meine Fotos sind erst jetzt in – für mich überraschend – großer Zahl im Katalog erschienen.

Einen besonders schönen Arbeitstag hatte ich an meinem Geburtstag, aber die Geschichte kennst du schon. Überhaupt war das letzte Quartal in 2019 etwas persönlicher. Nicht nur wegen des tollen Kurztrips nach Oslo, sondern eben auch wegen des Urlaubs im Oman. Da habe ich dir noch kaum Bilder gezeigt und auch hier kommen nur ein paar Appetithäppchen.

So und dann kommt die alles entscheidende Frage: weißt du mit welchen Kameras ich all die Fotos gemacht habe? Vermutlich nein und vermutlich interessiert es dich auch nicht. Das finde ich völlig normal und auch völlig in Ordnung. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich letztes Jahr auf ein System umgestiegen bin, das einfach funktionierte. Ich dachte mir, dass sowieso niemand einen Unterschied sieht. Und bei der Größe der Bilder im Web fallen Unterschiede eh nicht auf. Ganz schlimm ist das alles bei Instagram: da können selbst Handybilder gut aussehen und die Menschen mit x Likes glauben, dass sie Fotografen sind. Dabei kommt es im Alltag auf ganz andere Dinge an: auf’s Funktionieren zum Beispiel. Oder am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein. Oder auf wenig Fehler machen. Deswegen war mein Systemumstieg letztes Jahr vernunftgetrieben.

Das war so lange alles in Ordnung, bis ich die Nikon Z7 kaufte. Da bemerkte ich, dass mir Bildqualität doch wichtiger ist als ich dachte. Klar sind mir meine Kunden wichtig und ich habe letztes Jahr sicherlich keinen Schrott abgeliefert. Einige bediene ich ja nun schon seit 10 Jahren und die bleiben bestimmt nicht, weil ich Schrott mache. Das große Aber ist, dass ich auch Fotos für mich machen möchte. Ich möchte abends müde von x Stunden Fotografie am Rechner meine Bilder bearbeiten und dann lächelnd über gelungene Fotos UND eine geile Bildqualität schmunzeln. Die Nikon Z7 gab mitten in einem Event weitgehend den Geist auf, so dass ich nur mit meiner Erfahrung den Job zu Ende gebracht habe. Die Reparatur hat gute acht (!) Wochen benötigt. Zu dieser Firma habe ich kein Vertrauen mehr. Ich könnte das noch weiter ausführen, aber das gehört hier nicht hin.

Seit kurzem habe ich jedenfalls meinen Fotospaß wieder gefunden. Erneut vertraue ich nun Leica. Der Spaß kam mit der Leica SL2 wieder zurück. Und sicherlich siehst du den Unterschied zu den vorherigen Bildern nicht. Das ist hier im Web auch kaum möglich darzustellen. Es hängen auch sehr viele Faktoren damit zusammen, mit welchem Equipment du deinen Spaß hast.

Erster schöner Einsatz mit der Leica SL2: Gesa und Bjørn haben geheiratet und kamen spontan für ein paar Bilder vorbei

Auch hatte ich meine digitale Messsucherkamera verkauft, mit dem lustigen Nebeneffekt, dass ein befreundeter Fotograf mich irgendwann anrief und mir sagte, dass mein Name immer in seinen Exif-Daten stehen würde. Gestern sah ich allerdings eine Leica Monochrom und bemerkte sofort, dass mir was gefehlt hatte. Ja, ich habe eine siebeneinhalb Jahre alte Kamera mit langsamen CCD Sensor, lächerlichen 18 MP und ohne die Möglichkeit Farbbilder aufzunehmen gekauft. Gleich beim Betrachten meines ersten Bildes auf dem veraltetem Monitor war ich verliebt. Das ist dann mein Start ins Jahr 2020. Fotografie ist für mich eben doch so viel mehr als ich letztes Jahr noch dachte.

Last but not least: im April bin ich dann mal wieder auf Fotoreisen im Ausland. Auf dem Weg aus dem Oman zurück kommend, konnte ich aber schon einen Blick auf das Reiseziel werfen. Ich freue mich drauf…

Ich danke allen Partnern, Kunden und Freunden für 2019. Sorry, wenn ich dein Lieblingsbild hier nicht gezeigt habe. Wir sehen uns hoffentlich und sehr gerne in 2020 wieder…

Und den allergrößten Dank an meine liebste Ehefrau, die den ganzen Quatsch mit mir immer wieder durchsteht <3

Trage dich in den Newsletter ein und erfahre von neuen Beträgen als Erstes!