Während der Millerntor Gallery fand ich mich plötzlich in einem Brainstorming mit Wolf vom AFM-Radio bzw. den Blindenfussballern, wie wir dem anstehenden Fototermin mit der Mannschaft eine neue Perspektive abgewinnen. Schnell wurde uns beiden klar, dass wir unsere Kernkompetenzen zusammen einbringen sollten. So erzählt dieser Blogpost über eine tolle Zusammenarbeit mit Wolf – danke dir für den inspirierenden Tag.

Unser Ansporn war etwas für unsere sehschwachen Freunde (nicht nur) der Blindenfussballer zu tun und ihnen die Spieler unserer ersten Mannschaft näher zu bringen. Die Idee war dann sehr einfach: Wolf bittet einfach die Spieler ihre Namen, Rückennummer und Position ins Mikrophon zu sprechen. Ich liefere dazu die Bilder und verbinde hinterher Bild und Ton. Einmal als Idee geboren, waren wir uns sicher, dass das auch für sehende eine interessante Variante der Spielerportraits vom FC St. Pauli ist. Das Ergebnis siehst du rechts in dem Video. Mittlerweile ist der Ton auch bei unserem Stadionsprecher Rainer Wulff angekommen, der damit auch die Aussprache von Spielernamen für Stadionsprecher bei Auswärtsspielen verbessern kann. Wenn so einfache Ideen ohne große Veröffentlichung größere Kreise zieht, fragt man sich natürlich unweigerlich, warum da noch niemand vorher drauf gekommen ist. Ist das wirklich neu, was Wolf und ich hier zeigen?

Ein paar Anmerkungen noch aus meiner Sicht. Mir war vor dem Fotoshoot klar, dass der Termin keine besonderen Portraits hervorbringen würde: kaum zu kontrollierende Lichtbedingungen, fürchterlicher Hintergrund, Fließbandarbeit für Mannschaftsspieler und Fotografen – neben mir waren ja noch rund 20 andere Fotografen am Start. Daher habe ich mich entschieden, alle Bilder mit dem Noctilux-M bei Offenblende aufzunehmen. Dadurch hatte ich zumindest schon mal das Problem des Hintergrunds ausgemerzt. Bei der Offenblende von f/0.95 beträgt der Schärfebereich schon nicht mal 2cm. Das bedeutet aber natürlich auch, dass bei der Fliessbandarbeit eines Mannschaftsshoots exaktes Arbeiten notwendig ist. Letztlich habe ich für die 34 Portraits inklusive Vorstellung meiner Person und Klönschnacks mit dem ein oder anderen Spieler zur Lockerung der Gesichtsmimik keine 14 Minuten benötigt. Ich weiß nur nicht, welches meiner Worte Rio Miyaichi nicht verstanden hat. Ich sollte mein Englisch ölen…

Der aufmerksamen Leserin oder dem aufmerksamen Leser wird nun auffallen, dass in meiner Portraitserie ein Spieler fehlt. Irgendwie ist einer Wolf und mir durchgerutscht. Wir haben ihn dann später am Ausgang wieder getroffen und konnten so wenigstens den Ton nachholen. Wie ein Spieler mittendrin auf meinen Fotos fehlen konnte, stellte uns alle drei in gemütlicher Runde vor ein Rätsel. Immerhin hatte Christoph Pieper als Pressesprecher extra vor dem Fotografieren angesagt, dass Wolf als Letzter durch die Reihen geht und für die Blindenfussballer den Ton aufnimmt. Glücklicherweise helfen sich echte Sankt Paulianer untereinander und die wunderbare Antje F. hat mir ihr schickes Bildes des Spielers zur Verfügung gestellt. Danke dir, liebste Antje. Ihre Webseite ist übrigens absolut ein Besuch wert.

Ach ja: von Okan Kurt möchte ich bitte mal ein Hörbuch vorgelesen bekommen. Für mich hat er die schönste Stimme des Kaders.