Silvester habe ich die letzten Bilder ausgeliefert, aber noch lange nicht alles, was ich 2017 fotografierte. Ein besonders schönes Projekt, in dem viel Herzblut von mir steckt, wird vermutlich erst im März veröffentlicht. Geduld ist manchmal gefragt, auch wenn ich eigentlich brenne, dir das Ergebnis zu zeigen. Trotzdem eignet sich das Wechseln der Jahreszahlen mal kurz innezuhalten und danke zu sagen: all die wunderbaren Begegnungen mit und ohne Kamera, die mir aber erst durch ebensolche ermöglicht wurde und den Wegbegleitern, die mich bestärken oder korrigieren – und herausfordern. Danke!

Absolutes Highlight des ersten Halbjahres war das Fotografieren der Serie „typisch deutsch“, die mir auch mal wieder eine Veröffentlichung bei kwerfeldein brachte und ein wunderbares Echo bei der Millerntor Gallery #7 fand. Jedes einzelne Gespräch mit den tollen Menschen vor meiner Kamera war bewegend und hat mich geprägt und bestärkt. Danke an alle, die mitmachten!

Das einschneidendste Ereignis in Hamburg war G20, das tiefe Narben hinterlassen hat und mich wirklich an den Rand der Möglichkeit gebracht hat, an die Rechtsstaatlichkeit in der Bundesrepublik zu glauben. Die Polizei, die eigentlich Bürger beschützen soll, als politischen Akteur zu erleben, denen Fakten völlig Wurscht sind und auch Unbeteiligte einfach niederknüppelt ohne dafür belangt zu werden, ist diesem Staat nicht würdig. Und die Politik steht daneben und nickt. Damit will ich die Gewalt, die von einigen Demonstranten ausging, nicht negieren, aber ich war ja vor Ort und habe gesehen, wie die Polizei durch ihr Handeln die Lage eher verschlimmerte als in den Griff zu bekommen. Und mir ist auch klar, dass für den, der nicht live dabei war, meine Worte unvorstellbar klingen. Daher empfehle ich gerne noch mal meinen Bericht von kurz nach dem G20 Gipfel, der dieses Jahr auch der mit Abstand meistgelesene Artikel in diesem Blog war.

Glücklicherweise gibt es dann auch wieder Erhellendes im Leben. Hey, der FC St. Pauli ist deutscher Meister im Blindenfussball! Das ist so sensationell und so toll und unvorstellbar schön – mein emotionaler Höhepunkt des Jahres. Zusammen mit dem Fakt, dass in der Geschäftsstelle des Vereins nun auch Bilder von mir hängen. Und ich durfte hochoffiziell alle Fussball-U-Teams fotografieren – neben den Teams vom Rollerderby Deutschland, den Blindenfussballern und der 1. Frauen.

Wunderbar ist auch, dass es demnächst – also eigentlich schon seit jetzt, aber die offizielle Eröffnung ist erst im Februar – zwei Hotelzimmer im Scandic Emporio Hamburg gibt, die meine Bilder über’m Bett hängen haben. Solltet ihr eine Übernachtungsmöglichkeit in Hamburg suchen, kann ich das Scandic nicht nur wegen seiner Nachhaltigkeit trotz der Hotelgröße eh empfehlen. „Meine“ Zimmer sind 802 und 803 🙂

Eine tolle Wertschätzung habe ich dann noch kurz vor Weihnachten erfahren: als äußerst kurzfristig ein Kunde für ein Portraitshoot absagte, habe ich kurz überlegt, ob ich mich ärgern soll. Habe ich aber nicht, sondern auf Facebook  geschrieben, dass ich mein Setup zum Open Studio umfunktioniere: spontan kamen 4 Leute vorbei, einige nutzten ihre Mittagspause und es war ein toller Tag – drei haben jetzt neue Profilfotos und einem sind die Bilder zu schade, um sie auf Facebook zu nutzen. 😀

Am zweiten Weihnachtsfeiertag kam dann noch meine Inspirationsquelle aus der Schweiz vorbei. Neben einem interessanten Schnack hat er sich dann noch vor meine Kamera getraut. Er meinte, er wäre schlecht vor der Kamera, aber seine Zweifel führten auch nur zu neuen Profilbildern 😉

Bleibt noch der Dank an die über 100000 Besucher in meinem Blog in 2017. Eine leichte Steigerung zum Vorjahr mit der Erkenntnis, dass die Entscheidung meine Bilder aus der Google Image Suche zu entfernen, kaum negative Auswirkung auf die Besucher hatte, die diese Suchmaschine in meinen Blog führte. Deutlich wurde, dass meine Entscheidung meine (sogenannte) Facebook Fanpage nicht fortzuführen, absolut richtig war. Plus 28% zum Vorjahr bei  3,4k „Fans“ statt rund 1000 „Freunde“ auf meiner privaten Seite – da sieht man mal, wie Facebook die Sichtbarkeit der Fanpages einschränkt! Überhaupt sehe ich Social Media zunehmend kritisch, denn man ist doch sehr darauf angewiesen, was der Algorithmus mit den Inhalten so macht. Umso schöner, dass der Zuwachs der direkten Zugriffe auf meine Seite fast ein Fünftel höher war als im Vorjahr. Das ist eigentlich das wichtigste, denn diese Besucher finden meinen Blog auch, wenn Social Media plötzlich alle Kontakte kappt. Daher freue ich mich auch über jeden, der sich in meinen Newsletter einträgt 🙂

Last, but not least, einen herzlichen Dank für die liebste Ehefrau, die ich mir vorstellen kann und ohne die mir viele Dinge nicht möglich wäre! Und das allertollste: sie bloggt jetzt auch und zeigt interessante Tierbilder in städtischer Umgebung. Anklickbefehl!

So, 2018 kann kommen! Wünsche euch allen einen tollen Start und viel Gesundheit!