Analoges mit meiner neuen Leica MP – auch vom Millerntor

Ohne analoge Kamera kann ich nicht sein. Allerdings habe ich neulich meine Leica M4 verkauft und Ende letzter Woche eher überraschend meine Leica M3 in sehr gute Hände gegeben. Plötzlich herrschte da ein Kleinbildkameravakuum in meinem Schrank. Glücklicherweise lief mir bei einem der kleineren Photoläden in Hamburg eine sehr gut erhaltene Leica MP zu einem Preis über’n Weg, bei dem ich nicht nein sagen konnte. Glücklicherweise hat sich meine Liebste allmählich auch an die Gebraucht-Leica-Preise gewöhnt, so dass sie beim Nennen des Betrags vom Überraschungskauf am abendlichen Essenstisch nur milde lächelnd abwinkte…

Leica MP? Für die Nicht-Kamera-Nerds hier in der Leserschaft: ja, das ist eine der wenigen analogen Kameras, die immer noch gebaut werden. Es ist das Nachfolgemodell der eher bekannten Leica M6 mit vielen schönen Verbesserungen, zum Beispiel bei der Reflexanfälligkeit des Messsuchers. Ich hatte von diesem Modell immer nur Gutes gehört, aber als ich sie dann in den Händen hielt, fühlte sich das gleich besonders gut an. Und ich liebe einfach Kameras, die ohne Batterie funktionieren. Die Leica MP hat nur deswegen Platz für zwei kleine Batterien, damit im Sucher drei archaische LED Lichter eine Empfehlung für die Belichtung geben.

Natürlich musste ich die Kamera sogleich auf ihre Funktionalität überprüfen. Am Samstag lief mir überraschenderweise Markus von dem lesenswerten Blog TextundBlog über’n Weg, den ich glücklicherweise zu einem schnellen Foto überreden konnte.

Nachmittags hatte ich meinen guten Freund Marco Larousse zum Kaffee und konnte zum einen Testen, ob die Leica MP mit dem modernen Blitzgerät zurecht kommt und zum zweiten, ob der Messsucher gut genug kalibriert ist, um mit dem Noctilux genügend Schärfe auf den Film zu bannen.

Sonntag hatte ich dann noch Film in der Kamera und ich wollte doch wissen, ob die Kamera auch wirklich funktioniert. Also nahm ich sie mit ins Millerntor und habe – hauptsächlich – bei der Schlussrunde des Teams nebenbei noch ein paar Fotos gemacht. Und siehe da: ja, sie funktioniert. Die Ästhetik des Films lässt fast einen Zeitsprung vermuten. Vielleicht geht das aber auch nur mir so, denn als ich das Fotografieren am Spielfeldrand lernte, schrieben wir das Jahr 1984 und Digitaltechnik war gerade auf grobschlächtigen Uhr mit fetten Ziffern angekommen.

Jedenfalls bin ich mit der Leica MP sehr schnell sehr glücklich geworden. Beim Vergleich zur gleich großen und sehr ähnlich aussehenden, dafür aber mit moderner Technik ausgestatteten Leica M10 muss sie sich in keiner Weise hintenan stellen. Eher im Gegenteil: hier der Vorschlaghammer der nahezu alle Probleme löst (M10), da das feine Ziselierhämmerchen, das der Fotografie mit jedem zarten Auslösegeräusch den Herzschlag zurück gibt.

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Die Kamera ist für mich der Schlüssel. Mit ihr öffne ich Türen und betrete das Leben anderer Menschen. Manchmal für Sekunden, manchmal für sehr viel länger. Diese intimen Momente begreife ich als Auszeichnung. Als Chance. Und jeder dieser Augenblicke verändert mich und meine Sichtweise.

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