Das Team vom FC St. Pauli hat Spaß

Da war es wieder: ein international besetztes Turnier in einer paraolympischen Sportart und die Stadt Hamburg verpasst erneut die Chance, Werbung für sich als Olympia-Stadt zu machen. Nicht nur das, sie läßt auch die hauptsächlich ehrenamtlichen Organisatoren des Blindenfussball Hallenmasters 2015 am ausgestreckten Arm verhungern. Stattdessen produziert die Stadt lieber Werbefilme, die zeigen, wie Olympia in Hamburg aussehen könnte. Ich hatte neulich das „Vergnügen“ Innensenator Neumann fast eine Stunde zum Thema reden zu hören – es war furchtbar. Eine derart verquere Denkart kann man sich als Normalsterblicher überhaupt nicht vorstellen. Höhepunkt war seine Äußerung, die ich hier nur sinngemäß wiedergeben kann: „Gehen sie am 29. November zum Referendum und stimmen sie ab. Denken sie dabei an die vielen Flüchtlinge, die aus Ländern geflohen sind, in denen sie nicht an der Gestaltung teilhaben können.“ Mich wundert nur, dass auf dem Stimmzettel die Ankreuzfelder für Ja und Nein gleich groß sind…

Zurück zum Thema: hört euch im Millernton Folge 23 an, wie die Stadt mit engagierten Menschen umgeht. So ungefähr ab Minute 30 geht es mit der oben angesprochenen Geschichte los.

Aus der angesprochenen Herangehensweise der Stadt mit den Blindenfussballern wird dann auch klar, dass das Hallenmasters diesmal früher als sonst statt fand und auch erstmals draussen veranstaltet wurde. Glücklicherweise hatte das Wetter ein großes Herz und es gab zwei Tage herrlichen Sonnenschein und nur wenig Wolken. Ich habe mir jedenfalls einen tollen Sonnenbrand geholt.

Die Stimmung ist beim Blindenfussball sowieso immer Granate. Alle feiern sich gegenseitig und freuen sich über Erfolge der anderen. Der olympische Gedanke steht hier wirklich ganz weit oben.

Dabei wurde aber auch wieder toller Sport geboten. Immerhin war der deutsche Meister Marburg und Vize-Meister Chemnitz anwesend. Dazu noch internationale Teams aus Dublin, Anderlecht und natürlich die langjährigen Freunde aus Brno. Letztere gewannen das Turnier souverän und stellten auch den Torschützenkönig. Ondras neun Tore in fünf Spielen sind umso bemerkenswerter als er einen Knochenabsplitterung im Fuss hatte. Andere liegen damit zwei Wochen im Gips…