12mm
Stefan Groenveld

Irgendwann entschied ich mich, für meinen Urlaub nicht mit meiner Nikon D800e und etlichen Objektiven auf die Reise zu begeben. Das war bis jetzt mein Unterwegsequipment, aber diesmal wollte ich mich auf Fujis X-E1 beschränken. Ich habe schon nicht mal einen Laptop mitgenommen, sondern meine Bilder auf dem iPad bearbeitet.

Mein Problem bei der Entscheidung nur mit der Fuji in die Sonne zu fahren, war der Fakt, dass ich nur das 35mm Objektiv besaß. Und ich fotografiere doch so gerne weitwinklig. Folglich holte ich mir noch schnell vor der Reise das 12er Touit – man gönnt sich ja sonst nichts und der Urlaub ist ja auch nicht teuer …

Zeiss Touit mit 12mm Brennweite für Fuji

Warum habe ich die Zeiss Optik dem preiswerteren Fuji Originalglass den Vorzug gegeben? 2mm machen auf dem Cropsensor schon was aus, denn das Touit 12mm f/2.8 hat ja eigentlich schon 18mm Brennweite – das Original Fuji 14mm Objektiv entspricht demnach sogar 21mm. Ob dieser minimale Unterschied wirklich 200€ wert sind, weiß ich nicht – muss sicherlich auch jeder selbst entscheiden.

Etwas ungewöhnlich ist die nicht vorhandene Rastung der Blenden bei dem Objektiv. Schärfe und Verzeichnung sind aber aus Zeiss Niveau, wobei ich keinen Vergleich zur Fuji 14mm Linse habe. Anbei einfach mal drei Beispielbilder.

Überraschenderweise habe ich das Touit dann doch nicht so oft eingesetzt, aber überzeugt hat es mich schon. Die Schrecke ist bei ISO4000 bei Zimmerbeleuchtung aus nächster Nähe fotografiert – das entlockte auch dem Zeiss-Twitter-Account ein “Nice one!” 🙂

Das Bäumchen auf der Düne vor dem Strand zeigt die geringe Anfälligkeit für CAs, aber auch das vorhandene Lensflare bei voller Sonneneinstrahlung. Ich bin aber ehrlich – da kann auch ein Sandkorn oder eine ähnliche Verunreinigung auf der Linse eine Rolle gespielt haben. Es war allerdings so heiß beim Fotografieren des Bäumchens in der glühenden Mittagshitze, dass ich mir zum Zeitpunkt der Bildentstehung dazu keine Gedanken gemacht habe. Und mal ehrlich: ich finde das Flare gut, weil es den Hitzeeindruck verstärkt.

Das Palmenbild entstand direkt am Anfang der Reise, um die Wartezeit am Zielflughafen zu überbrücken. Dort ist das Lensflare nicht zu sehen, dafür aber die Vignettierung, die durch die Wahl des Standpunktes allerdings stark verstärkt wird.

Wie dem auch sei: ich mag die Zeiss-Linse, weil sie gut zu handeln ist, sehr geringe CAs und Verzerrungen ins Spiel bringt und dabei eine tolle Schärfeleistung hat.

8 Bemerkungen
  1. Ich habe meine DSLR noch nie mit im Urlaub gehabt. Nachdem mich die letzten Jahre nur Festbrennweiten, also die Sigma DP1 und später die Fuji X100 begleiteten, waren auf Island immerhin drei Linsen an der Ricoh GXR dabei, aber benutzt habe ich eigentlich nur das 15mm. Okay, … und die XPan.

  2. Es sind auf jeden Fall tolle Urlaubsfotos geworden, und bei allen Vor- und Nachteilen könne ich mir vorstellen, das das X-E1 nicht das letzte Mal mit auf die Reise genommen wurde…
    Ich überlege auch schon, welche Kamera und welche Objektive ich nächsten Monat mit in den Urlaub nehme.
    Da gibt es so viele Fürs und Wider das ich mich nicht entscheiden kann und deshalb wahrscheinlich am morgen des Abflugs entscheiden werde 😀

    1. Es kommt ja auch immer drauf an, mit welchem Anspruch du Urlaubsbilder machen willst und welche Transportmöglichkeiten du hast. Rucksackreisen mit x-e1 ist sicher eine gute Alternative als mit einer dslr 🙂

  3. Wow, klasse Bilder!
    Ich gehör ja zu den “Deppen”, die immer die große Kamera mitschleppen. 😉 Zum Glück hab ich nur wenig anderes Equipment, denn schon jetzt ist mein Rücken ein wenig überbelastet. Aber was anderes kommt für mich (zumindest in nächster Zeit) nicht in Frage, dafür macht es einfach zu viel Spass. 😀

    Schöne Grüße
    Christina

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