Eine Stunde mit dem Panasonic S Pro 50mm F/1.4

Das ist mir schon lange nicht mehr passiert: nachdem ich die letzten zwei Wochen nahezu ununterbrochen gearbeitet habe, hatte ich heute den ersten Tag etwas Ruhe. Und dann sitze ich festgenagelt auf dem Sofa, während das Gehirn einem unentwegt sagt, was für Ideen ich endlich mal umsetzen könnte. Obwohl das Smartphone regungslos neben einem liegt, brummt es permanent im Kopf, weil es sonst immer auf Vibrationsalarm steht. Ich schaffe es schon nicht mal, den Frühstückstisch abzuräumen.

Irgendwann zwinge ich mich raus zu gehen. Immerhin scheint die Sonne. Allerdings nur, bis ich meine Füsse nach draussen setze. Sie wird erst wieder den Boden treffen, nachdem ich wieder auf dem Sofa sitze. Passt irgendwie zu diesem Tag.

In solchen Augenblicken ist es mir wichtig, mit möglichst wenig Optionen Neues zu probieren. Selbst, wenn dabei völlig belanglose Bilder raus kommen. Also schnappe ich mir meine Leica SL2 und schraube das Panasonic S Pro 50mm f/1.4 dran. Eine Linse, zu der ich neulich nicht nein sagen konnte, als es 500€ Rabatt gab. 50mm ist eine tolle Brennweite, aber ich nutze sie viel zu selten. Mit der Optik hatte ich bis heute gefühlte 5 Auslösungen gemacht. Da hatte ich schon ihre überragende Schärfe und wunderbare Zeichnung bemerkt. Wenn ich also völlig ziellos durch das coronaleere Hamburg im Frühling umherwandere, sollte das Objektiv eine gute Begleitung sein.

Das Panasonic S Pro 50mm f/1.4 hat wirklich ein brillante Schärfe. Das Bild für den Nah- wie für den Fernbereich. Mit den 47 Megapixel hat die Optik überhaupt keine Schwierigkeiten. Kein Wunder: das Objektiv ist von Leica zertifiziert. Vermutlich ist es aktuell das beste „Nifty-Fifty“ mit Autofokus auf dem Objektivmarkt.

Und weil das an neuen Reizen an einem solchen Tag nicht reicht, habe ich die Bilder mal wieder im mir nicht so lieben Lightroom entwickelt und das Preset Pro V von Rebecca Lily ausprobiert. Mir gefällt’s – sehr vielseitige und ausgewogene Presets, die mit wenigen Klicks überzeugende Arbeit leisten.

Ach ja – und dann noch ein Wort zur Leica SL2 und ihrem Object Detection AF, der Objekterkennung. Diese Option vom Autofokus erkennt Menschen und bei entsprechender Nähe auch Gesichter. Viele Nutzer im Internet schmunzeln, dass eine 6 Tausend Euro Kamera keinen Augen-Autofokus hat. Nun habe ich ja selbst anderthalb Jahre mit mehreren Sonys gearbeitet und weiß, wie gut deren Autofokus ist. Aber auch ohne Augenautofokus hatte ich mit der Objekterkennung der Leica SL2 beim Portraitshoot kürzlich eine Trefferquote von 100%.

Aber richtig spannend wird diese auf Menschen spezialisierte Objekterkennung, wenn Gestrüpp und Sträucher den Blick auf das Objekt verdecken. Schon neulich war mir bei einem Auftrag im Wald, die faszinierende Sensitivität der Leica Technik in bestimmten Situationen aufgefallen. Ich bin ehrlich und verstehe nicht, wie es funktioniert. Aber ich habe es nun schon mehrmals mit unglaublich guter Trefferquote erlebt. Heute konnte ich es an einer Stelle gut testen. Ich habe nun wirklich schon viele Kamerasysteme in der Hand gehabt, aber so leicht kannst du in einer solchen Situation kein scharfes Bild machen. Einfach auf den Auslöser drücken, den Rest macht die Kamera.

Ausschnitt aus einem Bild bei Blende 1.4 und der eigentlichen Unmöglichkeit das Objekt zu fokussieren. Die Leica SL2 erkennt einfach den Menschen und stellt korrekt scharf.

Wie gesagt: ich weiß nicht, wie es funktioniert. Aber es ist mir nicht das erste Mal passiert, dass die Objekterkennung der Leica SL2 alles richtig macht. Ich mag die Kamera – auch ohne Augen-AF.

Den Rest des Tages hatte ich dann wieder den Kopf frei und ein Lächeln auf den Lippen.

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