Unterwegs im Raakmoor
Stefan Groenveld

Heute habe ich mit meiner Liebsten einen Ausflug ins Naturschutzgebiet Raakmoor gemacht. Das war dringend nötig, denn die letzten Tage waren hier vor der Haustür sehr frustrierend. Aus irgendeinem Grund war der Elsternachwuchs recht früh aus dem Nest. Sie hoppelten hier gut bewacht von den Eltern durch den Tag. Wir halfen mit Wasser, Äpfel und Würmern, was dankbar angenommen wurde.

Fliegen konnten die Kleinen noch nicht und alle Gefahren wurden von den Alten mit lautem Geckern und Flügelschlagen weggejagt. Die Nachbarskatze kann ein Lied davon singen und floh des öfteren hektisch davon. Keine Chance hatten die Kleinen allerdings gegen die durch unsere rechte enge Strasse rasenden Autos. Jungtier um Jungtier landeten unter die Räder. Das letzte und eigentlich größte dann gestern direkt vor dem “Achtung Kinder” Schild, das auf die Grundschule am Ende der Strasse hinweist. Es war für mich ein äußerst frustrierendes Erlebnis. Die Autofahrer haben überhaupt nicht gezuckt.

Mir ist es ein völliges Rätsel, wie man derart unachtsam durch eine Strasse fahren kann, bei denen jederzeit auch ein Kind zwischen den Autos hervorspringen kann – aber deutlich sichtbar ein Vogel auf dem Kopfsteinpflaster sitzt. Noch schlimmer traf es meine Frau, die gerade am Balkon stand und das fröhliche Treiben draußen beobachtete, als ein Auto mit viel Schwung um die Ecke bog…

Unterwegs im Naturschutzgebiet Raakmoor

Wir mussten deswegen beide heute dringend raus und Natur hautnah erleben. Fotografisch ist das ja überhaupt nicht mein Metier, aber sehr wohl das meiner Liebsten. Also ließ ich sie entscheiden, wo es hin geht. Sie entschied sich für’s Raakmoor, denn da war sie auch noch nicht. Es war eine tolle Wahl: von der Haltestelle Langenhorn Nord fußläufig gut zu erreichen, sehr naturbelassen, abwechslungsreich, mit viel Wasser und auf dem Rückweg liegt ein toller Eisladen. Ich habe natürlich keine Ahnung, was ich da fotografiert habe – ich musste zu Hause erst mal googeln. Irgendwas mit Ente, gebänderte Prachtlibelle und andere Libellen, ein Frosch, ein Schmetterling und ein wenig Natur. Überhaupt nicht mein Ding, aber wunderschön.

In meiner Kameratasche hatte ich das 12-24mm f/4*, mein nagelneues erst Freitag beim lokalen Dealer zum unfassbaren Preis von 440€ erstandenes 35/1.4 von Samyang* und das hier schon fast als Makro eingesetzte 100-400mm f/4.5-5.6*. Die Kamera war die A7RIII*. Und wenn ich bei diesem Megapixelkoloss ein Tipp geben darf: JPGs auf langsamer Karte in Fach 1 und ne schnelle SD Karte für die RAWs in Fach 2. Beim Importieren der RAWs war ich schon nicht mal halb fertig, als ich schon längst alle JPGs des Tages durchgeschaut und für die spätere Bearbeitung vorgemerkt hatte. Das spart echt richtig Zeit.

So oder so: Natur kann richtig Spaß machen. Und Tiere jagen ohne sie zu verletzen erst recht. Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht im Naturschutzgebiet Raakmoor unterwegs zu sein. Dir beim Betrachten meiner Bilder vielleicht auch…

Hinweis zum * bei einigen Links: das sind affiliate links zu Amazon, die dich zu nichts verpflichten, aber wenn du nach dem Anklicken da kaufst, mich unfassbar reich machen und du deine Seele einem Internethandel versprichst… 🙂
5 Bemerkungen
  1. Ein toller Bericht über ein großartiges Stück Hamburg. Schon als Kind war ich im Winter auf dem zugefrorenen „See“ und habe Hockey gespielt. Und auf dem Weg lag der Bolzplatz…
    Danke Stefan für diese Kindheitserinnerung!

  2. Wieso ungewöhnlich, Du machst doch sonst auch Portaits? Aber sag mal, wie hast Du denn die Libelle zum Squinchen gebracht? Der Frosch macht das ja irgendwie automatisch… 😉

  3. Schöner Einblick in die Natur, ich bin schon alleine vom Schrebergarten immer wieder fasziniert was das so steht und kriecht und fliegt und singt. Und kaputtes gehört zur Natur, der Lauf der Dinge, nur zuweilen mit großem anthropogen Fuß„Abdruck“.

    1. Stefan Groenveld als Biologe stimme ich dir zu, das gesamte Biosystem ist viel zu komplex als dass der Mensch es verstehen könnte um es „zum Besten“ zu regulieren. In anderen Gemeinschaften ist der Mensch bescheidener und versucht diese Komplexität zu akzeptieren. Das fällt uns hier oft SEHR schwer.

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