Bewegtbild bei der Sony A7RIII – mein erster Versuch Stefan Groenveld

Irgendwann musste ich es mal wieder mit Bewegtbild probieren. Vor diesem Medium habe ich viel Respekt. Bild und Film sind völlig unterschiedliche Formen, Geschichten zu erzählen. Gerade bei bewegten Motiven sind die Anforderungen im Film viel höher. Ein Foto muss nur den Bruchteil einer Sekunde scharf sein – Film viel länger, sonst kann die Betrachterin das Bild nicht begreifen.

Seit einiger Zeit verspürte ich Lust, dem Medium mal wieder eine Chance zu geben. Aber es ist alles so anders. RAW gibt es ja praktisch nicht. Ich weiß, mit entsprechenden logarithmischen Aufnahmekurven ist da auch viel möglich. Doch der Bearbeitungsaufwand ist dann enorm. Vielleicht bin ich es auch einfach nicht gewohnt. Jedenfalls habe ich in den letzten Wochen viele Youtube Videos angeschaut und war danach nur noch verwirrter. Gestern habe ich einfach mal angefangen. (Und hatte natürlich Glück, dass ich bei bedecktem Himmel den Belichtungsspielraum der LOG Kurven nicht benötigte.)

Erste Erfahrungen

Ich war im Tierpark Hagenbeck und habe statt mit kurzen Belichtungszeiten, einfach mit längeren gearbeitet. Eigentlich hatte ich wenig Hoffnung auf gute Aufnahmen, denn ich hatte nur die Chance aus der Hand zu filmen. Zwar hat die Sony A7RIII eine Kamerastabilisierung, aber wegen des grossen Sensors ist er nicht so effektiv wie zum Beispiel bei der GH5 mit ihrem m4/3 Sensor. Glücklicherweise spielt die Kamera zusammen mit dem 70-200mm GM Objektiv* seine Stärken aus. Die Stabilisierung von Kamera und Objektiv zusammen ist wirklich sehr gut.

Stark bewegte Aufnahmen habe ich außerdem im eingebauten Slow-Motion-Modus aufgenommen. Das macht die Bewegung für die Betrachterin erträglicher. Einige normal gefilmte Sequenzen habe ich in der Nachbearbeitung stabilisiert. Da ich mit 4K aufgenommen habe und nur in Full-HD exportiert, war das relativ gut möglich.

Der hervorragende Autofokus der Sony Kameras der dritten Generation muss ich hier ja nicht erwähnen. Das sollte sich im Mirrorless Hype der letzten Wochen rum gesprochen haben. Sehr gut kannst du das bei den Leoparden Aufnahmen sehen. Nicht nur, dass sicher das Auge hinter dem Strauch scharf gestellt wurde, die Schärfe bleibt da auch als das Tier fast komplett hinterm dem Grün verschwindet. Nein, auch die Aufnahmen, bei denen der Leopard auf die Kamera zu geht, lässt die Schärfe an der richtigen Stelle und den Zaun zwischen uns beiden fast vergessen. Und alles bei Offenblende 2.8 – schon beeindruckend…

Das Ergebnis

Ach, schau es dir einfach an – Vollbildmodus ist unten rechts 😉

Ich weiß: Tierparks werden durchaus kritisch gesehen. Und ja: ich habe Walrösser erst im Sommer in freier Wildbahn gesehen, da wird man schon ein wenig traurig, trotz des durchaus großzügigen Areals bei Hagenbeck. Andererseits werden wir Eisbären in naher Zukunft nur noch in Zoos sehen, weil der Mensch das mit der Klimaerwärmung nicht mehr in den Griff bekommt. Für und wider gibt es also genug. Mir würden ein paar weniger Tierarten bei Hagenbeck auch reichen, aber die Menschenmassen bleiben dann halt doch bei den Miezekatzen und anderen exotischen Tieren stehen. Dabei können die wenigstens Eltern ihren Kindern die heimische Tierwelt korrekt bezeichnen. Ich jedenfalls “nutze” den Tierpark Hagenbeck sehr gerne, um neue Kameras und deren Autofokus zu testen. Im Minutentakt bekommst du da unvorhersehbare Situationen vor die Linse. Normalerweise zeige ich nur die Bilder kaum öffentlich, aber von Hagenbeck habe ich mittlerweile eine umfassende Freigabe bekommen. (Siehe Tierpark-Ordnung Ziffer 8)

Bewegtbild-Einstellungen

Meine Einstellungen bei der Aufnahme waren übrigens wie folgt: Kreativmodus (ja, kein Picture Profile) “Herbstlaub”, Kontrast und Schärfe -3, Sättigung 0 (sollte ich beim nächsten mal auf -1 stellen). DRO war auf Lv4 gestellt. Den Weißabgleich habe ich vorher eingemessen – das geht bei den Sony’s wirklich sensationell einfach und schnell mit zwei Klicks. Der Vorteil mit einem Kreativmodus zu arbeiten anstatt mit einem Fotoprofil ist, dass du Bewegtbild genauso arbeiten kannst wie Fotos. In der Post brauchst du dann nur den Kontrast anzupassen, fertig.

Also ich bin für den ersten Versuch von Bewegtbild mit der Kamera sehr zufrieden. Und gelernt habe ich natürlich auch eine Menge dabei. Es hat auch weniger weh getan als ich gedacht habe. Anfangen ist wohl immer ein guter Beginn…

Hinweis zur Musik im Video, gefunden in der Audio Library von Youtube: Enchanted Valley von Kevin MacLeod ist unter der Lizenz “Creative Commons Attribution” (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) lizenziert. Quelle: http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1200093 Künstler: http://incompetech.com/
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