Leica M10 Monochrom unboxed

Unboxing

Kurz nach Weihnachten hatte ich mir bekanntermaßen die Leica M9 Monochrom gekauft. Im digitalen Zeitalter eine Großmutter, die ihre Geschichten nur an einem schwarz-weißen Kaminfeuer erzählen kann. Ich hatte lange mit dieser restriktiven Kamera geliebäugelt und sie überraschend schnell lieb gewonnen.

Nach wunderbaren Erfahrungen mit ihr, bin ich seit heute mit ihrem Enkel unterwegs. Die Kinder werden so schnell groß. Mindestens zwei Köpfe überragt die Junge ihre Alte – sprich: mehr als doppelt so viele Pixel. Aber das entscheidende für mich war, dass ich auf dem Display jetzt auch was sehen kann.

Die neue hat aber noch andere Vorzüge: leiser Verschluss, besseres Ansprechverhalten, besserer Messsucher – es ist eben alles ein paar Jahre jünger und die Knochen klingen nicht so morsch.

Ästhetisches Highlight ist der annähernde Stealth Look. Leica hat bei der aktuellen M10 Monochrom auf die typische rote Farbe am Kameragehäuse verzichtet. Oder besser: auch die Kamera ist Monochrom.
Konsequenz in der Reduktion auf das Wesentliche und absolutes Understatement. Ich freue mich auf ein neues M-Kapitel.

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Bei einer M10 Monochrom kann man auch mal ein Unboxing Video machen…

Für die Nicht-Leica-Enthusiasten: ja, die Kamera kann – wie der Name „Monochrom“ verrät – ihre Umwelt nur in den Grauschattierungen von schwarz nach weiß wahrnehmen. Von diesen Schattierungen hat sie allerdings jede Menge, weswegen der Kontrastregler im Bildbearbeitungsprogramme deiner Wahl dein starker Freund ist. Erreicht wird dieses Verhalten durch das Weglassen des sogenannten Bayer Filter.

Dieser Filter sorgt bei „normalen“ (also fast allen) Kameras dafür, dass immer vier Pixel einen eigentlichen Pixel ergeben. Die vier Pixel sind mit den drei Grundfarben bestückt – grün ist doppelt, weil das menschliche Auge grün am besten sieht. Im Gehirn der Kamera werden dann die Farbinformationen der vier Pixel zu einer Farbe errechnet und als Information in das Datenfile des Bildes geschrieben. Das ist dann der Pixel, den du im Bild einer digitalen Kamera wahrnimmst.

Bei Leica Monochrom ist dieser Bayer-Filter weg. Und weil weglassen natürlich aufwändiger ist als den Standard zu verwenden, ist die Leica M10 Monochrom rund 200 Euro teuer als ihr Schwesterchen, die farbig sehen kann.

Die naheliegende Frage, ob man nicht das Farbbild einer normalen Kamera in schwarz-weiß umwandeln kann, darf ich verneinen. Ich habe es auch nicht geglaubt. Zwar gibt es sehr gute Umwandlungsprogramme und Emulationsprofile für schwarz-weiß Fotos aus Farbkameras und natürlich hat man das die letzten 20 Jahre so gemacht, aber mit einer Leica Monochrom zu fotografieren ist eben was komplett anderes. Von den wahnsinnigen vielen Grauschattierungen mal abgesehen, ist die Herangehensweise beim Fotografieren das Angenehme und das Besondere. So ist es sinnvoll – wie früher in der Schwarz-Weiß-Fotografie – schon direkt mit Farbfilter zu arbeiten. Diese Filter beeinflussen das Bildergebnis wie früher, als wir noch auf Film fotografierten.

Deswegen ist das Fotografieren mit einer Leica Monochrom für mich eine wunderbare Erinnerung an meine Kindheit und Adoleszenz. Vermutlich ist ein Kauf einer Leica M10 Monochrom auch genauso unvernünftig, wie ich damals war 🙂

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