Mit Agnes bei der Polizei

Unter meinen Facebook-Freunden sind viele dort nicht mit ihrem echten Namen unterwegs. Das finde ich völlig legitim. Einige kenne ich tatsächlich persönlich, andere nicht. Darüber hinaus sind einige sehr zurückhaltend mit dem Zeigen ihres Antlitzes dort. Auch das finde ich absolut in Ordnung. Umso mehr freut es mich, wenn zu mir das Vertrauen besteht, Portraitaufnahmen zu machen und diese dann auch im öffentlichen Internet zu zeigen.

Agnes zeigte neulich überraschend drei professionell erstellte Bilder mit dem Zusatz „früher“. Und mein erster Kommentar auf diese Bilder war: „Darf ich die ‚heute‘ Portraits machen?“ Ich hatte keine Ahnung, wie alt die Bilder waren und hatte damals auch keine Ahnung, wie Agnes heute aussieht. Ich sah nur eine interessante Frau. Glücklicherweise antwortete Agnes: „das wäre mir eine riesige Ehre und Freude!“

Schnell fanden wir einen gemeinsamen Termin und unterhielten uns erst mal in einem schicken Café bei strahlendem Sonnenschein über Gott Fussball und die Welt. Mein Auge hatte mich nicht getäuscht: Agnes ist eine interessante Frau. Sie wäre fast Opernsängerin geworden und hat mir einen veganen Kuchen nach eigenem Rezept als Dankeschön mitgebracht – übrigens sehr lecker. Ich hätte mich noch Stunden mit ihr unterhalten können, aber wir waren ja zum Fotografieren verabredet.

Dafür sind wir – wie von ihr gewünscht – in den Sternschanzenpark und haben dabei auch ihren ersten Fussball-Ground besucht: das war der bei der SV Polizei, auf dem früher die FC St. Pauli Amateure spielten. Selbstverständlich durfte auch das Foto vor dem Stadion mit den braun-weißen Farben nicht fehlen.

Vor dem Portraitieren hatte mein geduldiges Gegenüber den Wunsch geäußert, eher nachdenkliche und ruhige Bilder zu machen. Sie hat sonst fast nur lachende Bilder und wollte wissen, wie sie ohne Lachen auf Portraits aussieht. Das war eine durchaus schwierige Aufgabe, denn wir hatten viel Spaß beim Fotografieren.

Vielen Dank, liebe Agnes. Es war mir eine riesige Ehre und Freude!

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Die Kamera ist für mich der Schlüssel. Mit ihr öffne ich Türen und betrete das Leben anderer Menschen. Manchmal für Sekunden, manchmal für sehr viel länger. Diese intimen Momente begreife ich als Auszeichnung. Als Chance. Und jeder dieser Augenblicke verändert mich und meine Sichtweise.

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