Nachtportraits am Fischmarkt

Nachdem ich neulich bei Markus Brügge den Portraitworkshop bei Nacht mitmachte, hatte ich Lust sowas auf eigene Faust zu probieren und umzusetzen. Da kam die Frage von Mario gerade recht, ob ich ihn fotografieren könne. Zumal Mario gar nicht in Hamburg lebt und nur hin und wieder in Hamburg weilt. So fanden wir dann eh erst abends Zeit, uns zum Porträtieren zu treffen.

Nachtportraits zu fotografieren ist eine interessante Erfahrung. Die Lichter der Nacht bieten verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Ich wollte Bilder machen, die den Charakter der Beleuchtung nachts nicht verlieren.

Deswegen habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich lichttechnisch den Abend verbringen wollte: mit großer und variabler Blitzanlage oder doch eher mit kleinem Blitzbesteck. Die Blitzlösungen von Leica sind nach meiner Wahrnehmung eher rudimentär. Ich habe aber eh kein Problem bei Portraits, bei denen ich in Ruhe das Licht setzen und messen kann, weiterhin meine Nikon Systemblitze zu nutzen. Die zünde ich dann über die äußerst zuverlässigen Funkfernauslöser von PocketWizard. Natürlich funktionieren dann die TTL Funktionalitäten nicht und jeder Funkauslöser wurde helfen, den Blitz zum richtigen Zeitpunkt im manuellen Modus auszulösen. Ich nutze also einfach nur die Funkauslöser, die ich eh schon in Griffweite habe – preiswerte Alternativen gibt es dank der Strobisten jede Menge.

Die Frage des Lichtequipments stellte sich mir eher unter dem Blickwinkel der Portabilität. Wenn ich schon nur mit einer kleinen Leica unterwegs bin, wollte ich nicht eine Wagenladung Blitzequipment umhertragen. Folglich reiste ich nur mit einem Stativ, dem SB-900 und einem silbernen Schirm zum Treffen mit Mario am Fischmarkt an.

Alle folgenden Bilder sind also mit wirklich kleinem und einfachen Licht entstanden. Bild 4 ist ungeblitzt und beim letzten Bild stellte ich den Schirm hinter Mario und hellte von vorne mit einem kleinen Sunbouncer auf, den ich in meiner linken Hand hielt.

Genau bei letztem Bild huschte ein asiatisches Pärchen an uns vorbei und wir kamen ins Gespräch – so’n Blitz zieht eben doch Aufmerksamkeit. Ob Mario denn ein Schauspieler sei, fragten sie auf Englisch und ich bekräftigte das mit einem voller Überzeugung geschmetterten „he is a very famous german actor“. Mario verzog keine Miene und ließ sich auch wie ein echter Profi mit dem Smartphone der Beiden zu einem Gruppenportrait überreden. Es war für mich echt spannend ein Telefon in der Hand zu haben, bei dem ich nicht die leisteste Ahnung hatte, was auf dem Display stand. Vielleicht war es gar kein echtes Handy. Google Glasses war es jedenfalls nicht, denn das hätte den kleinen Scherz sicherlich schnell entlarvt.

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