Blindenfussball unter freiem Himmel

Am gestrigen Dienstag war ich zum ersten internationalen Blindenfussballspiel von Clubteams unter freiem Himmel eingeladen. Da bin ich natürlich wahnsinnig gerne hin. Und ich war nicht alleine. Selbst der tschechische Honorarkonsul gab sich die Ehre, schließlich kam die gegnerische Mannschaft aus Brno.

Das heimische Team war selbstverständlich das mit den braun-weißen Farben. Nicht umsonst heißt in Hamburg das Motto: Blindenfussball ist braun-weiß.

In einem attraktiven Spiel nahm der FC St. Pauli das spätere Ergebnis im Championsleague Halbfinale vorweg und siegte mit 4:0. Das erste Tor war ein unglückliches Eigentor. Dann hatte Serdal genetzt, mit einem ähnlich schönen Tor wie beim letzten Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Rumänien. Dort hatte er ebenfalls einmal getroffen.

In der zweiten Halbzeit gelang – erstmals in einem größeren Spiel – Sankt Paulis Nachwuchshoffnung Jonathan die Treffer 3 und 4 für den FC St. Pauli. Entsprechend groß war die Freude bei Spieler, Betreuer und Fans.

Hinterher wurde gemeinsam gefeiert, gesungen und getanzt. Ein herrlicher Abend.

Du solltest dir Blindenfussball auch unbedingt mal live anschauen. Die Leistung der Spielerinnen und Spieler (ja, es gibt gemischte Teams) ist absolut bemerkenswert. Die Passgenauigkeit fasziniert mich immer wieder. Alles in allem ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Aber das schrieb ich ja bereits nach meinem ersten Besuch beim Blindenfussball.

Jedenfalls ist der Sport so schnell, dass ich mit meiner Leica und der manuellen Fokussierung arge Probleme hatte. Beim Rollerderby hatte ich auch schon mal das Experiment gewagt, schnellen Sport mit Noctilux festzuhalten. Das war deutlich einfacher, weil die Bewegungen leichter vorherzusehen sind. Beim Fussball ist eben mehr hin und her. Nach einiger Zeit hatte ich mich „eingeschossen“ und dann konnte ich auch die Vorteile des Rangefinders nutzen. Schließlich irritierte so bei der Fokussierung kein Tornetz den Autofokus. Und der Bearbeitungsaufwand der Aufnahmen ist auch viel geringer. Die obigen Bilder sind so fast alle 1:1 aus der Kamera gekommen – ich habe nur ein mir passend erscheinendes VSCO Preset (Kodak Gold 200) drüber laufen lassen.

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