Der Kampf seines Lebens Stefan Groenveld
Der Boxfight zwischen Denis Bakhtov und Steffen Kretschmann wurde als “Kampf seines Lebens” angekündigt. Die letzte Chance für Steffen Kretschmann – und vielleicht endlich mal wieder die Chance einen deutschen Schwergewichtsweltmeister zu haben.

Besondere Brisanz gab dem Kampf, dass es der zweite Fight zwischen den Beiden war und der erste vom Russen Bahktov in der ersten Runde gewonnen wurde.

Außerdem war es nach vielen Jahren Abstinenz im Boxgeschäft der erneute Versuch von SAT.1 in diesem Markt Fuss zu fassen. Und der Hamburger Arena Boxstall hatte erstmals die Möglichkeit seine Kämpfer im deutschen Fernsehen zur Box-PrimeTime zu präsentieren.

Alles war also angerichtet für einen tollen Boxabend. Umso katastrophaler dann das abrupte Ende des Kampfes: in der neunten Runde hörte Steffen Kretschmann einfach auf zu boxen. Er winkte ab, drehte sich um und trottete von dannen. Da der Ringrichter verblüfft war und den Kampf nicht sofort abbrach, schlug Denis Bakhtov noch nach. Und dann ging die Diskussion los, denn eigentlich hätte Bakhtov für dieses Nachschlagen disqualifiziert werden müssen. Minuten vergingen im Ring. Erst Arena Box-Promoter Ahmet Öner beendete die Diskussion und erklärte Bakhtov zum Sieger.

Das Publikum war da zum Großteil schon gegangen. Das war eine ganz schlechte Werbung für den Boxsport und hat mich eher an die alten Geschichten erinnert, wo nie klar war, ob ein Kampf echt oder verschoben war.

Wie Du anhand der Bilder siehst, hatte ich diesmal keine Ringakkreditierung. Ein fotografischer Nachteil muss das nicht sein, aber die Bilder sind natürlich nicht so spektakulär als wenn ich näher dran sein kann. Die Arbeitsbedingungen waren allerdings eher suboptimal, denn erstens wusste niemand, wo ich mich hinsetzen durfte und zweitens hatte ich dann einen Platz mitten unter den Zuschauern. Das ist auch nicht enger als unten am Ring, aber dort ist wenigstens das Equipment relativ gut gesichert. In den Ringbereich kommt ja niemand so ohne weiteres hin. Mitten unter den Zuschauern zu sitzen bedeutet auch immer sich gut mit den Sitznachbarn zu stellen, da ich sonst ungern meinen Platz verlasse und mein Equipment alleine lasse. Ich muss aber meinen Platz verlassen, denn die Agentur erwartet weit aus mehr Sichtweisen als nur die Kampfszenen – und außerdem war dieser Kampf der 13. des Abends. Irgendwann muss jeder mal auf Toilette…

Von daher vielen Dank an meine Sitznachbarn, die ein Auge auf meine Tasche geworfen haben. Ich konnte mich mit Kampfdaten revanchieren, denn die Reihenfolge der Kämpfe war schwer durcheinander gekommen und zeitweise wusste niemand von meinen Sitznachbarn, welcher Kampf jetzt gerade zu sehen war. Die Lautsprecheranlage in der Sporthalle war nämlich auch nicht gerade die beste…

Eine Bemerkung
  1. Kretschmann ist ein super Boxer und ist ein korrekter Sportler. Der Gegner verletzte oft die Regeln und Öner beendete den Kampf ungerechterweise. Wieso konnte er den Ringrichter negativ beeinflussen. Öner außerdem ist ein Promoter der NUR ans Geld denkt und Kretschmann nicht respektierte und ihn mit dem Medienrummel störte und stresste.
    Ich hoffe, dass Kretschmann ohne Öner weitermacht, den er ist der beste Schwergewichtler in Europa.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vielleicht magst du auch folgende Beiträge lesen

11. Blindenfussball Masters – viele Firsts!

Bereits zum 11. Mal fand in Hamburg das Blindenfussball Masters statt und…