High Goal Polo Stefan Groenveld
Eigentlich bin ich kein Freund des Pferdesports, da ich oftmals Pferdebesitzer als hochnäsig und arrogant kennengelernt habe. Das Schöne an meinem Job ist, dass Du immer wieder gezwungen bist mit Menschen zusammenzuarbeiten, die Deine bis dahin gemachten (negativen) Erfahrungen nicht spüren dürfen – sonst kannst Du das Fotografieren gleich vergessen. Also muss ich hin und wieder meine Vorurteile über Bord werfen und das führt in schöner Regelmäßigkeit zu neuen Erfahrungen. Meistens sind diese dann angenehmer Art. So auch diesmal!

Polo ist ein faszinierender Sport. Welch Präzision im Wechselspiel zwischen Mensch und Tier, aber auch unter den Menschen, notwendig ist, um diesen Sport auf hohem Niveau durchzuführen ist berauschend. Kleiner Ball, kurzer Bambusstock als Schlaginstrument, Pferde die Dribbeln können, blindes Verständnis und hoher Anspruch an die Athletik von Mensch und Pferden – das ist Polo.

Da ich davon ausgehe, dass die meisten meiner Leser noch keine Berührung mit dem Sport hatte, werde ich ausnahmsweise mal etwas mehr über den Sport an sich schreiben.

Die beiden Spiele ich fotografieren durfte waren die Finalspiele beim Berenberg Polo Derby Mitte Juni 2009 in Hamburg. Das Derby war ein High Goal Turnier und das bedeutet, dass das Teamhandicap bei +10 liegt. Jeder Polospieler hat ein Handicap, welches bei -2 beginnt und bei +10 aufhört. Ein Poloteam besteht aus 4 Spieler und das addierte Handicap lag bei diesem Turnier bei +10, weswegen es ein High Goal Derby war. Der beste deutsche Polospieler Thomas Winter hat übrigens ein Handicap von +5.

Ein Polospiel besteht übrigens aus 4 Viertel, sogenannte Chuckers, jeweils mit 7,5 Minuten reiner Spieldauer. Kein Pferd darf in zwei direkt aufeinanderfolgenden Chucker eingesetzt werden. Jeder Polospieler braucht also mindestens 2 Pferde. Diese sind in der Regel spezielle Züchtungen (mehr bei Wikipedia). Der Ball hat einen Durchmesser von nur 7 bis 8 Zentimeter und wird mit einem ca. 1,50m langen Stock geschlagen. Ich habe bei dem Turnier einmal eine Situation erlebt, bei dem der Ballführende einen Schlag über 30, 40 Meter zielgenau auf einen Mitspieler passt, der den Ball in der Luft annimmt, noch zweimal in der Luft mit dem Schläger hoch hält, um dann ein Tor zu erzielen. Wirklich zum Zungeschnalzen!

Nach jedem Tor werden übrigens die Seiten gewechselt. Das Spielfeld selbst ist 270m x 180m groß und das Tor so breit wie ein Fußballtor, aber nach oben nicht begrenzt.

Genug vom sportlichen, hier zu meinen Impressionen.

3 Bemerkungen
  1. Pingback: Martin Enzenhoefer
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vielleicht magst du auch folgende Beiträge lesen

11. Blindenfussball Masters – viele Firsts!

Bereits zum 11. Mal fand in Hamburg das Blindenfussball Masters statt und…