Als ich am ersten Weihnachtstag im Vorbeiscrollen die Kontur des dunklen Flecks sah, konnte ich mein Glück kaum fassen. Bilder sind eben doch eine Erinnerung und können daher für den Ersteller des Fotos von viel emotionalerer Bedeutung sein, als eine Betrachterin oder ein Betrachter das erkennen mag. Die zwei Sätze erscheinen zunächst verwirrend, aber ich erkläre sie dir jetzt.

Der Auslöser

Im Sommer hat ein Auftrag mich nach Spitzbergen gebracht. Einige Fotos habe ich dir schon gezeigt. Da ich noch nicht dazu gekommen bin, dir weitere Bilder zu zeigen, scrollte ich mal wieder durch meine Bilder vom Juni 2018. Außerdem hatte ich mal wieder Lust auf Landschaftsaufnahmen. Gesucht hatte ich diese Aufnahme (Anklicken macht groß), die ich während des Abendessens an Bord machte und die ich wegen der wunderbaren Lichtstimmung noch vor Augen hatte.

Glücklicherweise hatte ich an Bord der MS Hanseatic nämlich einen Tisch, der einen Blick übers Heck in Richtung der passierten Wegstrecke ermöglichte. Abends um Acht lugte kurz die Sonne in den Billefjorden, bevor wenige Stunden später die Reise zu Ende sein sollte.

Das Tattoo

Nun ist diese Ecke auf Spitzbergen auch dafür bekannt, dass es dort Papageientaucher gibt. Wegen meines Auftrags hatte ich die Chance die Tiere beim Brüten zu beobachten verpasst. Diese Vögel mag ich sehr und war daher ziemlich enttäuscht, auf der ganzen Reise nur einmal im Vorbeiflug eine Dreiergruppe gesehen zu haben. Da war ich emotional genug, vom Flughafen in Longyearbyen ein entsprechend gestaltetes Stofftier mitzubringen. Ich wollte auf jeden Fall eine Erinnerung an diese Wahnsinnsreise haben und der nicht fotografierte Papageientaucher empfand ich als geeignet. Noch viel besser ist allerdings das grandiose Tattoo, das mir Max Birkl auf den Arm zauberte. Und jetzt kennst du auch den Grund für dieses Motiv.

Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie wunderschön diese Kunst von Max Birkl geworden ist. Übrigens sticht Max jedes Tattoo immer nur einmal. Ein Blick in seine Galerie lohnt sich. Das Tattoo des Papageientauchers erfreut mich jeden Tag auf’s Neue!

Damit ist die Geschichte eigentlich abgeschlossen und rund.

Das Glück

Wie oben beschrieben, schaute ich im Anschluss an das gesuchte und gefundene Bild eher zufällig noch mal durch meine Bilder von diesem Tag. Und dann konnte ich es kaum glauben. Bei dieser Aktion das Licht im Billefjorden adäquat einzufangen, hatte ich tatsächlich einen Papageientaucher fotografiert und dies völlig aus meinem Gedächtnis gestrichen. Nun aber erkannte ich die Kontur sofort und konnte mein Glück kaum fassen. Sogar der Autofokus saß passend.

Es ist kein perfektes Bild. Für mich aber schon.

 

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