Ich bin so froh, wenn diese Saison vorbei ist. Und hoffentlich haben wir bis dahin, nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Noch drei Punkte bis zum Relegationsplatz – nach unten. Dazu ein Team, dass nicht als solches auftritt und offensichtlich schon nicht mal, um seine Verträge spielt. Bezeichnendste Aktion des Spiels FC St. Pauli gegen SV Sandhausen ist die dritte Minute der Nachspielzeit: völlig überraschend läßt der Schiri noch mal eine Ecke ausführen. Es ist sonnenklar, dass danach das Spiel zu Ende ist. Da gab es braun-weiße Mannschaften, bei denen dann der Torhüter nach vorne eilt und das Ding einschädelt. Diesmal aber geht der Eckball direkt von der Fahne ins Aus.

Auch vorher schon: Pass zum Spieler, der läuft drei Schritte, nimmt dann den Kopf hoch, weiß nicht, was er machen soll, passt zum nächsten, der den Ball annimmt, drei Schritte läuft,… Wobei das schon gute Ballstafetten waren: oft passierte es nicht, dass der Ball drei Stationen lang in den Reihen der Braun-Weißen bleibt. Alles ist viel zu langsam und zu bedächtig. Keiner übernimmt Verantwortung, keiner reißt das Spiel an sich. Was sich seit einigen Spielen andeutete, fand bei der Partie gegen Sandhausen seinen vorübergehenden (hoffentlich) Tiefpunkt: Planlosigkeit und totale Verunsicherung. Schon nicht mal die Einwechslungen brachten neuen Schwung in das Spiel – von Jan Marc Schneider mal abgesehen. (Edit: und Richard Neudecker – danke an Miguel für den richtigen Hinweis)

Da können alle Anhänger vom FC St. Pauli froh sein, dass wenigstens noch ein Punkt heraussprang.

Der herrlich unemotionale Twitteraccount von jemandem, der sich früher immer aufregte, bringt das ganze auch noch mal schön auf den Punkt

Fazit: wer den Osterausflug wegen des Spiels am Millerntor nicht unterbrochen hat, ist der eigentliche Gewinner des Spieltags.