Ich bin froh, wenn die Saison vorbei ist…
Football: Germany, 2. Bundesliga, 01.04.2018© pixathlon
Stefan Groenveld

Ich bin so froh, wenn diese Saison vorbei ist. Und hoffentlich haben wir bis dahin, nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Noch drei Punkte bis zum Relegationsplatz – nach unten. Dazu ein Team, dass nicht als solches auftritt und offensichtlich schon nicht mal, um seine Verträge spielt. Bezeichnendste Aktion des Spiels FC St. Pauli gegen SV Sandhausen ist die dritte Minute der Nachspielzeit: völlig überraschend läßt der Schiri noch mal eine Ecke ausführen. Es ist sonnenklar, dass danach das Spiel zu Ende ist. Da gab es braun-weiße Mannschaften, bei denen dann der Torhüter nach vorne eilt und das Ding einschädelt. Diesmal aber geht der Eckball direkt von der Fahne ins Aus.

Auch vorher schon: Pass zum Spieler, der läuft drei Schritte, nimmt dann den Kopf hoch, weiß nicht, was er machen soll, passt zum nächsten, der den Ball annimmt, drei Schritte läuft,… Wobei das schon gute Ballstafetten waren: oft passierte es nicht, dass der Ball drei Stationen lang in den Reihen der Braun-Weißen bleibt. Alles ist viel zu langsam und zu bedächtig. Keiner übernimmt Verantwortung, keiner reißt das Spiel an sich. Was sich seit einigen Spielen andeutete, fand bei der Partie gegen Sandhausen seinen vorübergehenden (hoffentlich) Tiefpunkt: Planlosigkeit und totale Verunsicherung. Schon nicht mal die Einwechslungen brachten neuen Schwung in das Spiel – von Jan Marc Schneider mal abgesehen. (Edit: und Richard Neudecker – danke an Miguel für den richtigen Hinweis)

Da können alle Anhänger vom FC St. Pauli froh sein, dass wenigstens noch ein Punkt heraussprang.

Der herrlich unemotionale Twitteraccount von jemandem, der sich früher immer aufregte, bringt das ganze auch noch mal schön auf den Punkt

Fazit: wer den Osterausflug wegen des Spiels am Millerntor nicht unterbrochen hat, ist der eigentliche Gewinner des Spieltags.

45 Bemerkungen
      1. Stimmt. Aber du schreibst halt auch selbst vorher, dass kaum mal Pässe über zwei Stationen ankamen. Dann bei einer Ecke kurz vor Schluß den Torwart aus dem Tor zu nehmen, wo es genausogut passieren könnte, dass die Ecke direkt abgewehrt wird und der Gegner dann zu einem schnellen Konter ansetzt (den der Schiri sicher dann nicht direkt abgepfiffen hätte wie die Ecke, die ins Aus ging), und wir in der Situation dann noch nicht mal mehr einen Torwart im Tor stehen haben…. Da wäre dann der Ball bei unserem Glück direkt von der Mittellinie aus ins leere Tor gebolzt worden. 😉

    1. Neudecker ist der einzige bei uns, der nicht drei Sekunden nach der Ballannahme braucht um zu überlegen, was er mit dem Ball machen will. Weiß immer was er tun will, auch wenn es nicht immer klappt.

    1. Ja, und ich fand ihn sehr gut. Der Post bezieht sich auf die Bemerkung, dass man das Spiel als Mannschaft gewinnt oder verliert. Sollte so sein. Bei uns gibt es Spieler, die verlorenen Bällen hintersprinten (Schneiders Aktion kurz vor Ende) und andere, die einfach stehen bleiben…

    2. Björn Dback schneider macht das weil er kurz davor eingewechselt wurde und weiss dass er nicht mal 10 minuten zum spielen hat. nach 80 gespielte minuten hätte er das vlt so nicht gemacht… (obwohl ich mich da bei schneider nicht ganz sicher bin).

    3. Miguel Martínez, das Zurückholen verlorener Bälle – Gegenpressing – gehört heute zum Profifußball einfach dazu. Einfach stehen bleiben geht nicht mehr. Wo Du Recht hast: So eine Aktion wie von Schneider siehst Du nur bei frischen Spielern

  1. Leider stimmt alles, was du schreibst, Stefan Groenveld. Traurig, aber der Spirit ist schon seit einiger Zeit flöten gegangen… Hat schon mal mehr Freude (unabhängig von Ergebnissen) bereitet, Fan des FCSP zu sein…

  2. Absolut kein Feuer, wo man hinschaut! Jede Woche das Gleiche gezittert um wenigstens 1 Punkt und das Wissen um den mit ziemlicher Sicherheit folgenden Ausgleich!

  3. Bei dem Kader definitiv eine Saison, die Frust erzeugt. Ich spüre selten Leidenschaft auf dem Feld…Alles wirkt wie ein Montag auf Arbeit. Sportlich sind wir mehr als grau…Und eine Hölle ist das Millerntor immer weniger.

    1. Und ich weiß, warum ich lieber daheim bleibe. Es spart Zeit, Geld und Nerven. Hallenhalma ist interessanter, als das planlose Trainigsspiel am Millerntor.

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