Fotografieren mit der Polaroid Snap
Fotografieren mit der Polaroid Snap

Mit der Polaroid Snap im Nepal

Mit sprechenden Händen und einem Lächeln versuche ich Menschen, die ich noch nie sah und deren Sprache ich nicht spreche, vor meiner Polaroid Snap zum In-die-Kamera-schauen zu bewegen. Der erste Versuch gelingt mit Mühe. Fragende Blicke werden auf die kleine Kamera gerichtet. Langsam schiebt sich das Bild aus der Sofortbildkamera. Aus dem fragenden Blick wird ein freudiges Lächeln. Immer mehr Leute scharen sich um den langen weißen Kerl mit der kleinen schwarzen Kamera. Dann ist das Bild da und alle recken ihre Finger danach. Die nächsten Bilder gelingen einfacher…

Vor gut zwei Wochen war ich im subtropischen Projektgebiet in Nepal, in dem Viva con Agua zusammen mit der Welthungerhilfe und der Vor-Ort-Unterstützung durch die RRN (Rural Reconstruction Nepal – führende Nicht-Regierungsorganisation im Nepal) das in Deutschland gesammelte Spendengeld für die Wasserversorgung, den Toilettenbau und Hygienehilfe einsetzt. Von meiner Reise mit Viva con Agua in ein ähnliches Projektgebiet in Uganda wußte ich, dass ich dort auf glückliche Menschen ohne neuste Handytechnologie in den Taschen treffen würde. Ich wollte daher unbedingt, dass wenn das Treffen vorbei ist, die Menschen dort ein Bild für sich behalten können. Daher hatte ich mich auf der Photokina bei allen Sofortbildkamera-Herstellern um eine entsprechende Kamera bemüht – ich berichtete darüber.

Polaroid war so freundlich mir zwei Snap-Kameras und viele Blatt Fotopapier zu spenden. Ich bedanke mich dafür sehr herzlich und will dir auch die Ergebnisse nicht vorenthalten. Schließlich ist die Polaroid Snap die einzige Sofortbild-Kamera, die die Sofortbilder auf einer Mini-SD Karte speichern kann. Und gerne teile ich mit dir die Freude, die ich anderen mit der Polaroid Snap machte. Glücklicherweise hat meine Frau ein paar gelungene Making-Ofs erhaschen können.

Wie du an den Ergebnissen sehen kannst, sind die Bilder aus der Polaroid Snap durchaus zu gebrauchen. Selbst im ziemlich dunklen Klassenzimmer auf dem letzten Bild in der Galerie konnte die Sofortbildkamera ein anständiges Bild machen. Natürlich sind die Ergebnisse nicht mit denen einer DSLR zu vergleichen, aber das hat für den Preis auch niemand erwartet. Dafür konnte ich mein Ziel erreichen und Menschen mit Bildern glücklich machen.

Die Polaroid Snap hat übrigens auch unter den nicht einfachen Bedingungen in Nepal – Hitze, Sonne, Staub – tadellos funktioniert. Und schön leicht und klein ist sie auch. Einziges Manko ist der „Anschalter“ durch den Aufklappsucher, der in der Tasche zu leicht aufgeht und dann die Batterie leer saugt. Ich habe mir mit einem Gummi geholfen, der das Aufklappen des Suchers unterband. Da hielt dann auch die Batterie mehrere Tage und viele Bilder.

Zum Schluß noch ein Hinweis in eigener Sache:

Bilder meiner Reisen 2016 mit Viva con Agua nach Uganda und in den Nepal kannst du erstmals in größerer Anzahl am 8.11. im Rahmen der Open Show – diesmal am Ballindamm 17 – sehen. Ich freue mich sehr bei dieser eh sehr schönen Veranstaltungsreihe, bei der immer 4 Fotografen ihre aktuellen Projekte in Wort und Bild für rund 20 Minuten vorstellen, mitwirken zu können. Da ich schon die anderen vortragenden Fotografen kenne, kann ich dir den Besuch sehr empfehlen. Ganz ohne „Fishing for Compliments“ lohnt sich der Besuch wegen mir noch am wenigsten. Ich freue mich trotzdem, dich dort zu sehen 🙂  Weitere Infos (leider nur) auf Facebook!

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Die Kamera ist für mich der Schlüssel. Mit ihr öffne ich Türen und betrete das Leben anderer Menschen. Manchmal für Sekunden, manchmal für sehr viel länger. Diese intimen Momente begreife ich als Auszeichnung. Als Chance. Und jeder dieser Augenblicke verändert mich und meine Sichtweise.

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