Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016
Meine Eindrücke zur Photokina 2016

Gestern war ich auf der frisch eröffneten Photokina und die Gespräche im Pressebereich endeten mit „Ich bin Optimist, das ist wohl die Vorletzte.“ Tatsächlich habe ich noch nie eine kleinere Photokina erlebt. Auch die Zuschauerzahlen schienen sich in Grenzen zu halten. Ich habe trotzdem an einem eng getakteten Tag viele interessante Sachen gesehen, tolle Gespräche geführt und noch lange nicht alles gesehen. Hier aber ein persönlicher Eindruck der Photokina und ich glaube, ich habe drei Trends entdecken können.

Alle Trends haben was damit zu tun, dass es der Kameraindustrie immer schwerer fällt, dem normalen Consumer darzustellen, warum er eine Kamera kaufen soll. Die Optiken in den Smartphones werden jedes Jahr besser und die Algorithmen zur Bilddarstellung ausgeklügelter. Jüngstes Beispiel ist das iPhone 7+, dass dann auch das Bokeh berechnet und natürlich aussehen lässt. Die Lösung, die ich nun auf der Photokina erkenne, ist der Trend Geräte auf den Markt zu bringen, die etwas können, was ein Smartphone nicht kann. Selbst die ehemaligen Platzhirsche der Kameraindustrie werden zu Nischensucher.

Trend 1: Sofortbildkameras

Natürlich reden alle fotoaffinen Menschen über Fuji, aber selbst auf deren Stand wird ungefähr 2/3 der Fläche zur Kamerapräsentation für die Sofortbildreihe Instax genutzt. Die Marke Polaroid wurde wiederbelebt – auch wenn sie mit den ursprünglichen Kameras nichts mehr zu tun haben. Impossible versucht genau den Charme der Polaroid aufzugreifen und nimmt noch den Lomotrend gleich mit – zur Photokina wurde extra eine orangefarbene Emulsion gezeigt. Und selbst Leica springt auf den Zug auf und bastelt eine Fuji Instax Neo 90 in schick.

Alle diese Kameras bieten etwas, was das Smartphone nicht kann: sofort ein Bild in die Hand nehmen und nicht nur auf dem Display betrachten zu können. Fuji geht auf Nummer sicher und bietet einen Hosentaschendrucker in iPhone Farben an, falls jemand partout keine zusätzliche Kamera kaufen will. Konsequenterweise ist der Fuji Instax Share SP-2 teurer als eine Instax Kamera.

Trend 2: 360° Kameras

Wahnsinn, wie klein und leicht benutzbar diese Kameras mittlerweile sind. 360° Panoramen zu erstellen, kann sehr aufwändig und mühselig sein – die neuen Kameras in diesem Segment machen das zu einem Kinderspiel. Und sie bieten noch gleich die Videokomponente mit. Und sie können am Smartphone über ihre Apps dreidimensionale Bilder und Filme erzeugen. Und sie sind kaum größer als ein Smartphone. Deswegen machen auch alle mit: Ricoh hat mit seiner Theta S vorgelegt, nun kommt Nikon mit Key Mession 360 und auch Panasonic hat einen Prototypen auf der Photokina am Start.

Mein Problem bei all diesen Kameras ist das gleiche, das ich auch mit den GoPros habe: wer von uns für ein actionreiches Leben und kann uns deswegen Inhalte liefern, die uns interessieren. Ich bin gespannt, wie diese Kameras unser Nutzerverhalten verändern.

Trend 3: das kleine Mittelformat

Der digitale Fortschritt macht vor der Sensorgröße nicht halt. Noch vor fünf Jahren gab es fast nur APS-C Sensoren, dann wurden Vollformatsensor preiswerter und alle freuten sich über Freistellungsmöglichkeiten und Bokeh. DAS ultimative Unterscheidungsmerkmal zur preiswerten Linsen und besonders zum Smartphone. (Ich bin gespannt, wie das iPhone 7+ das unter realen Bedingungen löst.) Wer etwas auf sich hält, fotografiert mit dem Vollformat. Das digitale Mittelformat war Studiofotografen und großen Budgets vorbehalten. Jetzt werden auch diese Sensoren preiswerter. Pentax war der erste mit dem großen Sensor im nur noch vierstelligen Eurobereich, aber noch mit großer Kamera. Ausgerechnet Hasselblad hat nun im spiegellosen Segment vorgelegt, Fuji sitzt in den Startlöchern. Natürlich ist das digitale Mittelformat (Cropfaktor zum Vollformat 0,8) noch weit vom echten Mittelformat (Cropfaktor 0,55 bei 6×6) entfernt, aber die Freistellungsmöglichkeiten und das Bokeh werden trotzdem noch besser werden. DAS ultimative Unterscheidungsmerkmal… ach so, den Satz hatten wir schon.

Natürlich müssen für den neuen Sensor erst noch neue Linsen gerechnet werden. Es dürfte spannend werden, wer denn nun am ehesten den Geschmack der Anwender in der Brennweitenwahl trifft und damit den Kaufanreiz schafft. Leica hat mit seiner S eine komplette Reihe wunderbarer Linsen  schon am Markt und noch vor zwei Jahren waren die Leica Preise in dem Segment als Schnäppchen zu bezeichnen. Selbst Hasselblad bietet ihre X1D nun zu einem Drittel des Leica Preises an.

Ich sehe hier viel Potenzial für Portraitfotografen. Aber auch die Hochzeitsfotografen werden schnell auf die neuen spiegellosen Kameras springen. Für bildaffine Menschen sind diese Kameras der nächste heiße Scheiss!

Und was war sonst noch?

Endlich habe ich eine Antwort auf die häufig im Freundeskreis gestellte Frage „welche Kamera soll ich mir kaufen?“ gefunden. Meistens geht die Frage mit „sie soll alles fotografieren können und besser als mein Smartphone sein“ einher. Die eierlegenden Wollmilchsau unter den Kameras gibt es natürlich nicht. Aber ab sofort empfehle ich die Lumix LX15. Super klein, lichtstarkes Objektiv, vernünftiger Zoombereich, kann mit den Anforderungen und Entwicklungen des Besitzers wachsen und kostet nur rund 700€. Demnächst beim Händler deines Vertrauens. Schau sie dir an!

Nachtrag: mein Kumpel Marco Larousse schreibt drüben bei Photofocus seine Eindrücke auf Englisch – gerade für Fuji Interessierte mit wertvollen Informationen 🙂