Neu auf meinem Schreibtisch: Eizo CS270
Eizo CS270
Eizo CS270
Stefan Groenveld

Eigentlich begann alles ganz harmlos: eine freundliche Mail von einem Eizo Mitarbeiter fragte mich, ob ich nicht mal einen neuen Eizo-Monitor testen möchte. Klar kenne ich die Qualitäten von Eizo Monitoren, aber ich habe noch nie die Notwendigkeit für einen ebensolchen gesehen. Ich lege großen Wert auf regelmäßige Monitorkalibrierung und mein iMac steht so, dass eine graue Wand in meinem Rücken die gefürchteten Reflektionen erst gar nicht auftreten lässt. Auch kontrolliere ich bei allen möglichen Gelegenheiten auf Monitoren in Elektrogrossmärkten, wie meine Bilder auf deren Bildschirmen dargestellt werden. Das ist zwar kein Beweis für die richtigen Farben, aber ein Gradmesser für die Darstellung meiner Bilder auf nicht kalibrierten Monitoren. Mein Vorteil ist natürlich auch, dass ich nur sehr selten wirklich farbecht arbeiten muss. Und wenn es mir wirklich gelingt, interessiert es niemanden…

Jedenfalls beantwortete ich die freundliche eMail von Eizo mit dem Hinweis, dass ich mir das sicherlich gute Stück gerne anschaue, aber gegen die hohe Auflösung meines iMac 5K mit Retina Display hätte der Monitor – trotz Eizo Aufklebers – sicherlich keine Chance.

Um das für mich überraschende Ergebnis vorweg zunehmen: der Eizo CS270 hat mich so überzeugt, dass ich ihn gleich behalten habe. Für rund 1000€ ist er kein Schnäppchen, aber ein sehr guter Monitor für jeden, der oft Bilder bearbeitet.

Einer der Vorteile des Eizo CS270 ist die exakte Justierbarkeit der Leuchtdichte – gemeinhin Bildschirmhelligkeit genannt. Zum Kalibrieren gibt das Messgerät von x-Rite einen Richtwert von 120cd/m² an. Der iMac ist so grob in seinen Helligkeitssprüngen, dass er entweder rund 10% zu hell oder zu dunkel ist. Beim Eizo kann ich über das On-Screen-Menü die Helligkeit in einzelnen cd/m² Schritten fein justieren.

Obwohl ich bis dato mit dem iMac Monitor sehr zufrieden war, ist der Unterschied im direkten Vergleich deutlich sichtbar. Trotz entsprechender Kalibrierung sind beim Eizo CS270 in den dunklen Flächen mehr Schattierungen zu sehen als beim iMac. Vielleicht hängt das mit den unterschiedlichen Farbräumen zusammen, die die beiden Monitore darstellen können. Während der iMac nämlich “nur” sRGB kann, wartet der Eizo mit 99% AdobeRGB auf. Klar reicht sRGB, wer ausschließlich für’s Web arbeitet, aber spätestens beim Drucken entstehen weniger Fragezeichen, wer mit größeren Farbräumen arbeiten kann. Ich habe mir dank Eizo schon erfolglose Prints ersparen können, weil ich mit dem Softproof-Verfahren in Photoshop genauer den Ausdruck steuern konnte.

Auch ist beim Eizo die Helligkeitsverteilung über die gesamte Bildschirmdiagonale gleichmäßiger. Letztlich ist es gerade an langen Bildbearbeitungstagen deutlich angenehmer, viele Stunden auf den Eizo zu schauen. Dies kann ich mir selbst nicht wirklich plausibel erklären, aber es ist einfach so. Ich arbeite ermüdungsfreier am Eizo als am iMac.

Der Eizo CS270 ist kein High-End-Monitor und trotzdem ein hervorragender 27-Zöller, den ich bedenkenlos weiterempfehlen kann.

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16 Bemerkungen
    1. Das stimmt. An sich arbeite ich nur an meinem Retina-Macbook und schließe dort einen externen Monitor an. Habe ein wenig die Befürchtung, dass mir die hohe Auflösung des Macbooks und dann die geringere des Monitors stören könnte.

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