Webmontag bei GoodGames
Stefan Groenveld

Wenn ich beim Webmontag in Hamburg fotografiere, habe ich glücklicherweise das Vertrauen des Veranstalters, dass ich auch mal Dinge ausprobieren kann. So habe ich dort schon mal meine Bilder der Veranstaltung komplett in hartem schwarz-weiß abgeliefert. Diesmal dachte ich mir, es wäre der Zeitpunkt erstmals ein Event ausschließlich mit meiner Leica M zu begleiten.

Das fand ich im Vorhinein insofern wagemutig, da ich ja nur eine Linse für diese Kamera habe: ein 50er. Außerdem war ich noch nie in dem Veranstaltungsort der Firma GoodGames Studio und wusste nicht, was mich erwartet. Beinahe wäre das Experiment auch grandios gescheitert. Und das nicht nur, weil ich einmal direkt hinter dem Lautsprecher stand und es genau zweimal laut knackste – immer just in dem Moment, als ich meine M auslöste. Ich ahnte schon schlimmstes, als es ein drittes Mal im Lautsprecher knackste, ich mittlerweile etwas weiter weg stand und den Kameraauslöser nicht betätigt hatte. Sicher! Ich hatte trotzdem die Lacher der Zuhörer auf meiner Seite.

Vortragender war unter anderem Frank Lutterloh, der den Designer Dieter Rams zitierte:

Design sollte neutral sein, die Geräte zutreten lassen und dem Menschen Raum zur Selbstverwirklichung geben.

Ich weiß auch nicht, warum mir in diesem Moment meine Leica einfiel.

Meine Bilder wurden übrigens nur sehr zurückhaltend bearbeitet. Alle Bilder des Events dann wieder beim Webmontag Hamburg direkt.

Die größte Problematik war das Licht in dem Raum während der Veranstaltung, das ich als “nicht wirklich vorhanden” bezeichnen würde. So musste ich permanent bei ISO2000 und Blendenwerten kleiner als 1.4 arbeiten, um halbwegs akzeptable Belichtungszeiten zur Verfügung zu haben. Bei bewegten Menschen und entsprechend geringem Schärfebereich nicht so ganz einfach. Vor allem, weil das Scharfstellen ohne Kontraste echt nicht einfach mit einem Rangefinder ist. Letztlich bin ich mit meiner Trefferquote ganz zufrieden. Und das fast unmerkliche Klicken des Auslösers entschädigt für vieles.

Nicht zufrieden bin ich damit, dass die Leica M während des Fotografierens mehrfach ihren Dienst verweigerte. Zweimal half sogar nur noch ein Neustart mittels Akku aus der Kamera nehmen – wobei dann die ISO Einstellung auf den Normalwert von 200 zurückgestellt wird. Ich vermute mal, dass das permanente Arbeiten bei ISO2000 nicht auf große Vorliebe bei der M stieß. Sie möchte wohl lieber Portrait- denn Eventkamera sein – die schnöden Volumenjobs delegiert sie offensichtlich lieber an meine D3/D4 Kombi. 😉

Um die Last auf der Kamera zu verringern, habe ich zwischenzeitlich erstmals das Abspeichern von zusätzlichen JPGs abgeschaltet. Das kostete mich zu Hause dann einige Nerven, denn plötzlich zeigte meine Vorschau in PhotoMechanic nur noch Bildchen von 1472×976 Pixel an. Da ist eine Schärfebeurteilung nahezu unmöglich. Davon abgesehen, hatte ich kurz befürchtet, nur kleine Bildchen zur Verfügung zu haben. War dann aber doch nicht so – die DNGs hatten alle Infos in voller Größe. Aber schon interessant, was Nikon alles anders löst als Leica. Hauptsache alles ist gut gegangen. 🙂

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