Fussballgott

Letzte Woche bekam ich eine nette Mail von worldfamos Paul Ripke, mit einer Einladung zum „Fussballspiel am Dienstag“. Ich musste erst mal fragen, wer denn überhaupt spielt? Aha, Nationalmannschaft – interessiert mich ja nun nicht so sehr, aber wenn Paul einlädt, kann das nichts schlechtes sein, diese Einladung anzunehmen. Außerdem konnte ich so mal aus einer Loge vielen Sportfotografenkollegen bei der Arbeit zu schauen. Und ich weiß auch schon gar nicht mehr, wann ich zuletzt ein Fussballspiel als Zuschauer gesehen habe.

Zum ersten Mal lachte ich am gestrigen Abend bei der Anreise via S-Bahn, als die Haltestellendurchsage „Arenen“ kam. Ein Mensch in Deutschlandtrikot und bayrischem Akzent fragte halblaut in die Runde: „Ist der Stadionname nun auch vom DFB neutralisiert?“ Dieses absolute PR Desaster, beim Ausweichtraining am Millerntor den wunderbaren und treffenden Spruch „Kein Fussball den Faschisten“ halb abzuhängen und „Kein Fussball“ stehen zu lassen, war gestern Abend ein Thema in vielen Gesprächen. Ein Ohrfeige aller Menschen, die sich für tolerante Kurven einsetzen. Meine Frage von Montag Abend an der Facebook Wand vom DFB wurde auch noch nicht beantwortet.

Und weswegen war ich nun von Paul in die Loge eingeladen worden? Weiß ich auch nicht, aber plötzlich stand ich mit den Jungs von Fettes Brot biertrinkend im Stadion. 😀 Nicht die schlechteste Art einen Abend zu verbringen…

Alle schauten dann gebannt eine Stunde vor Spielbeginn auf die Stadionmonitoren. Dort lief dann nämlich das neuste Video „Fussballgott“ von Fettes Brot über die Leinwand. Als Welturaufführung sozusagen.

Fussballgott läuft über die Stadionmonitore
Fettes Brot neues Video „Fussballgott“ läuft über die Stadionmonitore
Fettes Brot filmen ihren Film
Fettes Brot filmen ihren Film im Stadion

Mit Fussballhymnen ist das ja so eine Sache. Besonders zur WM Zeit. Aber ich mag das Ding der Brote. Netter Groove, nicht so bierernst, kein so’n Beat, bei dem man nach 5 Takten weiß, wie das Lied ausgehen wird. Und das Video ist eh klasse. Vor allem die coolen neuen Perspektiven, die dank Jonas Ginter aus Bremen als bewegtes Kugelpanorama funktionieren. Schau dir den „Fussballgott“ am Besten mal selbst an und bilde dir deine Meinung.

Das Spannende bei diesem „Fussballgott“ ist, dass Fettes Brot gerne „Fanspecials“ mit ihrem Lied zusammenschneiden möchten. Hier erklären sie alles, was du wissen musst.

Damit komme ich zu meinem persönlichen Highlight des Abends. „Kein Fussball den Faschisten“ stand gestern nämlich nicht nur wieder in voller Schönheit am Millerntor, sondern auch in dem anderen Hamburger Stadion. 🙂

Björn von Fettes Brot hatte sich noch schnell ein T-Shirt selbst bemalt und rannte damit einigen DFB Herrschaften vor der Nase rum. So was mag ich ja…

"Kein Fussball den Faschisten"
„Kein Fussball den Faschisten“

Update am 15.5: Mittlerweile hat sich der DFB beim Verein für das Abhängen von „den Faschisten“ offiziell entschuldigt.

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Die Kamera ist für mich der Schlüssel. Mit ihr öffne ich Türen und betrete das Leben anderer Menschen. Manchmal für Sekunden, manchmal für sehr viel länger. Diese intimen Momente begreife ich als Auszeichnung. Als Chance. Und jeder dieser Augenblicke verändert mich und meine Sichtweise.

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