Lost Places: Spreepark, Berlin
Stefan Groenveld bei der Arbeit mit der Samsung NX
Stefan Groenveld bei der Arbeit mit der Samsung NX
Stefan Groenveld

Letzten Donnerstag hatte ich das Vergnügen von Samsung nach Berlin eingeladen zu werden. Um mit der nagelneuen Samsung NX im Rahmen des nationalen Pressetermins interessante Motive vor die Kamera zu bekommen, durfte den Spreepark besuchen.

Den Reiz von verlassenen Plätzen kann ich zwar nicht so richtig nachvollziehen – ich habe lieber Menschen vor der Kamera -, aber die Geschichten rund um den ehemaligen Vergnügungspark der DDR sind schon sehr spannend. Und die Tour durch den rostig grünen Park hat bei herrlichem Sonnenschein durchaus Vergnügen bereitet. Es war eine gelungene Abwechslung …

Es ist möglich, Gruppenbesichtigungen im Spreepark zu machen, aber ich kann Fotografie-Interessierten wärmstens die Fototouren von go2know empfehlen. Deren Touren dauern länger als die Führungen, du kannst dich nur bei den Touren von go2know frei im Park bewegen und du bekommst wertvolle Tipps zum Park – und wenn gewünscht auch zum Fotografieren. Allerdings weiß keiner aktuell so genau, wie oft noch Touren im geschlossenen Spreepark angeboten werden können. Eigentlich hätte es im Juli 2013 eine Zwangsversteigerung geben sollen. Es lohnt sich also, bald einen Termin zu buchen.

Der mit Wachschutz gesicherte Park selbst liegt leicht versteckt im Plänterwald im Bezirk Treptow-Köpenick direkt an der Spree. Obwohl das Riesenrad 45m hoch ist kannst du es erst sehen, wenn Du im Spreepark drin bist. Eben jenes Riesenrad ist eins der letzten Relikte aus der Zeit, als der Spreepark noch VEB Kulturpark Plänterwald hieß. Zwar wurde das ehemals größte Riesenrad der DDR 1989 generalüberholt, aber die meisten anderen Fahrgeschäfte – die mal rund anderthalb Millionen Menschen pro Jahr anzogen – wurden erst später aus einem 1991 Pleite gegangenen Vergnügungspark in Paris hinzugekauft. So wie der Spreepark nach der deutschen Wende stark umgebaut wurde, sind etliche Attraktionen 2002  in einer Nacht- und Nebelaktion vom damaligen Besitzer Witte abgebaut worden. Was übrig geblieben ist, wird nun von der Natur langsam überwuchert. Die Guides von go2know berichteten von Botanikern, die bei einem Besuch von einer Extase in die nächste gefallen sind.

So “lost” ist der “place” also gar nicht …

Obwohl im Spreepark kaum DDR drin steckt, sind die Fahrgeschäfte trotzdem herrlich alt und haben nichts mit den modernen Themenparks zu tun, die ansonsten landauf landab zu besuchen sind. Vermutlich sind deswegen letztere auch noch offen und nicht insolvent …

Alle hier zu sehenden Bilder sind im jpg-Modus mit der Samsung NX und dem 30mm f/2 Objektiv fotografiert und nur leicht in Lightroom angepasst. Das Titelbild ist urheberrechtlich durch ©Horst Gottfried/Xpert geschützt, ich darf es hier dankenswerterweise zeigen – fotografiert mit Samsung NX und dem nagelneuen 10mm Fisheye Objektiv (das nebenbei bemerkt einen guten Eindruck macht).

4 Bemerkungen
  1. Wie war das noch: “Der morbide Charme stillgelegter Industrieanlagen…” 5 Euro ins Phrasenschwein 😉 Aber es hat wirklich was – auch ohne Menschen. Ist aber, wenn streng bewacht für mich uninteressant. Dann doch zugängliche Bereiche. Mein “well known lost place” ist frei zugänglich und liegt rund 500 km nördlich von dir in Südschweden: Der offiziell bis 2050 geschützte Autowaldfriedhof im Kyrkö Moor (Kyrkö Mosse) bei Ryd. Es existieren zig-tausend Fotos im www, und doch hat es einen gewissen Reiz, seine eigenen, anderen (?) Ansichten zu finden…

    Mit dem 2/30 auf der NX hast du aber auch ein exzellentes Teil genommen! Die “Fahrt” ins unscharfe Maul ist mein Favorit…

    Viele Grüße

    Ralf

  2. “Ja, den Autofriedhof kenne ich auch – meistens in schrecklichen HDR Farben…”

    HDR? Was ist denn das? Nie gehört 😉 😉

    Ich klappe ab und zu den kleinen Blitz der D800 auf. Zum Aufhellen. Ist das erlaubt, oder ist das schon HDR? 😉

    Bis demnächst

    Ralf

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