Saberstrips – Striplights für Systemblitze für einen kleinen Preis?

Irgendwann vor geraumer Zeit, wurde ich bei Flickr auf Saberstrips aufmerksam: einfache längliche Lichtröhren, die mit einem Systemblitz bestückt werden. Ich mag Striplights und daher verfolgte ich die Entwicklung der Saberstrips schon lange. Allerdings waren sie die meiste Zeit meiner Beobachtung weit entfernt. „Only shipping in USA“, war lange Zeit die Standardantwort. Seit kurzen sind sie auch in England erhältlich. Und am sogenannten Cybermonday Black Friday gab es ein 50% Angebot und ich habe zugeschlagen. 180$ für zwei Saberstrips inklusive Versand war es mir wert. Plus 25€ Zollgebühren macht rund 165€ für zwei „Lichtschwerter“. Im Sonderangebot. Normalpreis wäre rund 285€ inklusive Zoll und Versand.

Die Ernüchterung kam dann kurz nach dem Auspacken. Keine Bedienungsanleitung. Kein Zubehör. Kein Auspacken, aufbauen, ausprobieren. Ganz im Gegenteil. Das Hauptproblem: wie löse ich die Blitze in der Röhre aus?

Zwar ist auf der Webseite der Saberstrips deutlich beschrieben, dass die Röhren zu eng sind, um Funkauslöser reinzupacken. Aber die Röhren sind so eng, dass auch kein Blitzsynchronkabel direkt an den Blitz gesteckt werden kann. Es fehlen einige wenige Millimeter. Damit ist klar, dass der Hersteller irgendwelche Standardplastikröhren verbaut und nichts eigenes entwickelt hat. Es sieht ein wenig nach einem normalen Abflussrohr aus dem benachbarten Baumarkt aus, das hübsch hergerichtet wurde.

Das zweite Ärgernis ist der Lichtaustritt: sorgsam verklebter Diffusorstoff. Hier hätte ich mir bei dem eigentlichen Preis milchigen Kunststoff vorgestellt. Der jetzt verbaute Stoff wird irgendwann beim Transport ein Loch bekommen – und dann? Gut, dass ich weiß, dass es sehr gut nutzbares Material im Drachenbauladen nebenan gibt: googelt mal nach weißem Schikarex!

Wie nun die Blitze in der Röhre ansteuern? Klar, dass eine Steuerung durch einen Masterblitz nicht möglich ist, es sei denn, du hältst den Masterblitz direkt an das kleine Löchlein unten an der Halterung – das ist aber nicht im Sinne des Erfinders.

Möglichkeit 1 – preiswert, aber umständlich: Du brauchst einfache Funkfernauslöser. Ich habe ja mit den Yongnuo gute Erfahrungen gemacht. Allerdings passen die Funkauslöser nicht in die Röhre und daher brauchst Du noch ein Adapterkabel auf PC-Sync und sowas wie den Hama-Adapter, denn das Synchrokabel passt ja nicht direkt an den Blitz – wie oben schon beschrieben. Außerdem kann der Adapter nicht direkt an die Befestigungsschraube geschraubt werden, also brauchst du auch noch einen Blitzfuß. Da ist der Frio Blitzschuh-Stativ-Adapter vermutlich die beste Investition in die Zukunft. Da kommen dann auch noch mal Kosten in Höhe von rund 160 € zusammen! Etwas preiswerter wird es, wer statt Adapterkabel, Blitzschuh und PC-Sync-Adapter gleich ein TTL-Kabel (Nikon / Canon) kauft. Da kommen dann insgesamt – also mit Funkauslösern – „nur“ rund 110€ zusammen. (Alle Preisangaben stand Anfang Januar 2012 und immer auf zwei Saberstrips, sprich ein Sender und zwei Empfänger, bezogen)

Und jetzt kommt der umständliche Teil – ja, erst jetzt. Du kannst die Blitzmenge nicht von aussen steuern und die Blitze nur manuell nutzen. Um die Blitzstärke zu verändern, musst Du die Röhre aufschrauben und am Blitz die Lichtmenge neu einstellen. Das geht zwar durchaus fix, ist aber natürlich umständlich.

Möglichkeit 2 – komfortabel, aber teuer: auf die Idee hat mich Sam gebracht. Pocketwizards mit TTL Kabel an die Blitze geschraubt und schon ist auch die Steuerung von außen kein Problem. Total easy, super komfortabel, Anschaffungspreis nicht ganz 700€ 🙂

OK, diese Pixel King TTL Fernauslöser könnten zumindest für die Canon Nutzer ein ganz guter Kompromiß aus beiden Welten sein, habe ich aber – aus vermutlich nachvollziehbaren Gründen – nicht ausprobiert. Daniel hat da neulich drüber geschrieben.

Willst Du nach all den Vorbemerkungen noch wissen, wie das Licht aus den Saberstrips aussieht? Aus nächster Nähe sieht es eigentlich am Interessantesten aus, aber es kommt einfach zu viel Licht von unten. Das sieht gerade bei senkrechten Saberstrips und bei Portraits schnell scheisse aus. Dafür zwei Tipps: den Zoom vom Blitz auf die maximale Stufe stellen und die Saberstrips nach vorne kippen. Quer gestellte Saberstrips sind für diesen Effekt nicht so anfällig und mit zwei Röhren kann auch schnell ein Beautylicht erzeugt werden. Ob der Lichtreflex in den Augen gefällt muss natürlich jeder selbst entscheiden.

Bei meinen Beispielbildern kannst Du auch gut sehen, dass die Lichtleistung von unten (da steht der Blitz) nach oben abnimmt – nicht so stark wie befürchtet, aber stark genug, um im Bildergebnis sichtbar zu sein.

Besser geeignet sind meines Erachtens die Saberstrips aus der Entfernung – als langes Aufhelllicht, als rim light oder um eine Grundhelligkeit zu erzeugen. Dafür habe ich sie allerdings nicht gekauft…

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