Drei Buchstaben, die oftmals als Synonym für unverfälschte Bilder ohne Photoshop etc. genutzt werden: ooc. Das steht für „out of cam“ und bedeutet, dass kein Bildbearbeitungsprogramm Einfluß auf die Bildwirkung genommen hat. Manche Forenmitglieder schreiben es stolz unter ihr Bild und sehen es durchaus als Ritterschlag. Wer ooc fotografiert, muss ein guter Fotograf sein. Bei High-ISO Aufnahmen sind gerade bei neuen Kameras out of cam Aufnahmen der Beweis für die überlegende Rauscharmut.

Das ist so total übertrieben, aber trotzdem richtig. Und überhaupt, sollte viel mehr ooc fotografiert und gezeigt werden. Aber die meisten unter uns glauben ja, dass RAW das einzig wahre Format ist. Ich finde, dass beides durchaus seine Berechtigung hat.

Natürlich bietet das RAW-Format mehr Reserven für die Nachbearbeitung, aber brauchen wir die auch immer? Sollten wir nicht lieber mehr Mühe beim Fotografieren als bei der nachträglichen Bildbearbeitung investieren? Die Einstellungsmöglichkeiten in modernen Kameras ermöglichen sehr viel – einige bieten sogar Colorkey-Bilder out of cam an.

ooc – out of cam – bedeutet nämlich eigentlich nur, dass die Bildbearbeitung nicht auf dem heimischen Rechner, sondern direkt in der Kamera funktioniert. Das kann sehr zeitsparend sein. Und auch platzsparend auf dem heimischen Rechner, denn statt in RAW kann ich dann gleich in JPG fotografieren. Nebenstehend einige Bilder, die ich kurz hintereinander mit unterschiedlichen Einstellungen an der Kamera aufgenommen habe. Davon abgesehen, dass Lightroom die Bilder verkleinert und mein Logo reingesetzt hat, sind die Bilder ooc. Ja, die Nikon D800e kann sogar sepia out of cam.

Die bei Nikon Picture Styles genannten Einstellung ermöglichen wirklich ziemlich viele Nuancen in der Bildbearbeitung. Beim schwarz-weiß Bildern kann zusätzlich eine hochgedrehte Empfindlichkeit ein wenig „Korn-Feeling“ oder Textur zaubern. Das letzte Bild ist mit ISO2000 fotografiert. Alle anderen Bilder bei ISO100 mit der Nikon D800e und dem 100mm Zeiss.

Es lohnt sich damit ein wenig rumzuspielen, um schneller interessante Bilder aus seiner DSLR zu holen.