Lytro – mach Dir Deine Schärfe selbst

Als ich vor rund einem Dreivierteljahr von einer neuen Kamera namens Lytro hörte, war ich sofort neugierig. Lytro versprach mit einer sogenannten Lichtfeldkamera, die Festlegung der Schärfenebene erst hinterher auf dem Bild bestimmen zu können. Bedeutet das, nie mehr unscharfe Bilder?

Die Funktionsweise ist prinzipiell einfach: neben den üblichen Informationen, die ein Sensor zur Darstellung eines Bildes aufnimmt, speichert eine Lytro auch, aus welcher Richtung das Licht kommt. Auf jeriko.de ist die Funktionsweise einer Lichtfeldkamera näher erläutert.

Lytro ist eigentlich die praktische Umsetzung einer Doktorarbeit – ein Forschungsprojekt. Ich wollte trotzdem wissen, wie diese Kamera funktioniert und sie in den Händen halten – obwohl mir klar war, dass die Qualität nicht berauschend sein kann. Und das nicht nur wegen der nächsten Gadget Night. 😉

Leider werden die Lichtfeldkameras derzeit nur innerhalb der USA verschickt, aber eine liebe Freundin noch aus Flickr Zeiten mit Wohnsitz LA trat für mich in Vorleistung und kaufte ein. Nach den üblichen zwei Tagen Postweg und 12 Tagen Zolllagerung konnte ich vor kurzem endlich meine Lytro in die Hand nehmen.

Sie ist erstaunlich gut gearbeitet, relativ schwer und sieht überhaupt nicht nach Kamera aus. Es gibt einen Ein-/Ausschalter, einen Auslöser, einen Zoomregler – und natürlich einen USB Anschluss. Die Kamera hat die notwendige Software mit an Bord, beim ersten Anstöpseln der Kamera an den Rechner wird die Software zum Betrachten und Verwalten der Bilder gleich installiert. Die Software funktioniert übrigens aktuell nur mit einem OSX Rechner.

Natürlich habe ich gleich angefangen damit rumzuspielen. Hier ein typisches Anfängerbild mit der Lytro. Es passiert einfach zu wenig: nur zwei Klicks sind in dem Bild halbwegs interessant.

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Die Bilder haben immer rund ein MB an Datengröße und müssen auf der Lytro-Seite gehostet werden. Das Einbinden auf Facebook-Seiten funktioniert einfach, aber ansonsten ist es nicht trivial, die Bilder mal eben jemand anderem zu zeigen. Auch sind die Bilder nicht besonders groß. Jedes 2 Jahre alte Smartphone macht qualitativ bessere Bilder – aber das ist ja auch eine seit über hundert Jahren etablierte Technik.

Neben dem nachträglichen Fokussieren durch einfaches Klicken ist auch ein nachträglicher Zoom durch Doppelklick möglich. Die Bildqualität ist, wie gesagt, nicht besonders toll – und bei Gegenlicht wird’s ganz schwierig.

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Es ist wahnsinnig schwierig mit der Lytro überzeugende Ergebnisse zu erzielen. Ein völlig neues Sehen muss erlernt werden, denn der Betrachter des Bildes soll ja auch was zum Rumklicken im Bild haben. Die technischen Einschränkungen z.B. durch den kleinen Bildschirm erleichtern das Arbeiten mit dieser Kamera auch nicht gerade. Die Belichtung wird ähnlich wie bei Smartphone-Kameras durch Antippen der entsprechenden Gegend auf dem Display festgelegt. Eine Einflussmöglichkeit gibt es nicht. Auch hinterher ist eine Bildbearbeitung nicht möglich.

Eine Möglichkeit mit der Lytro: es passiert durch’s Refokussieren etwas – mehr oder weniger – spannendes.

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Im sogenannten Creative Modus wird die Naheinstellgrenze stark verbessert und auch Makros möglich. Meiner Meinung nach die interessanteste Möglichkeit mit den unterschiedlichen Schärfenebenen zu arbeiten.

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Fazit: eine spannende Technik, die sicherlich in 10 oder 20 Jahren völlig normal in Kameras sein wird. Aktuell kämpft sie mit vielen Einschränkungen. Im Lytro-Blog werden immer wieder Tipps zum Umgang mit dieser Technik gegeben. Ich bin gespannt, wie sich die Technik weiterentwickelt.

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