Akkordarbeit
Stefan Groenveld
Am Samstag hatte ich das Vergnügen Hunderte von Anteilskäufer der Anleihe vom FC St. Pauli zu fotografieren. Und da war eine ganz andere Kreativität gefragt als bei meinen sonstigen Fotojobs so üblich. Außerdem war es der erste Härtetest meiner neuen Profoto Blitzanlage.

Mein Auftrag war es, von jedem Käufer der Anleihe auf Wunsch ein Foto zu machen – natürlich mit Spieler. So hatte ich Timo Schultz, Carsten Rothenbach, Fin Bartels, Lasse Sobiech, Fabian Boll, Ralph Gunesch, Patrick Fink, Benedikt Pliquett, Charles Takyi, Helmut Schulte, Mahir Saglik, Florian Bruns und Sebastian Schachten vor der Linse. Das war der angenehme Teil.

Der stressige Teil war, das alles möglichst schnell durchzuziehen, denn die Spieler waren nicht nur zum Fotografieren da, sondern auch zum Unterschreiben der Anleihen. Da ich in 8 Stunden rund 800 Anteilseigner fotografiert habe und die Spieler nicht die ganze Zeit für Fotos zur Verfügung stand, kannst Du Dir vorstellen, in welcher Geschwindigkeit ich die Bilder erstellt habe. Mir standen netterweise drei gutaussehende Damen zur Seite, die meine Speicherkarten abgeholt haben und die Bilder dann direkt von der Karte auf’s Fotopapier brachten. 4 Canon Pixma Drucker – ich weiß leider nicht welche zum Einsatz kamen, aber es waren drei unterschiedliche Typen – haben den Druckjob vollbracht, 6 CF-Speicherkarten kamen zum Einsatz. Während des Fotografierens habe ich natürlich noch auf geschlossene Augen und auf die Reflektion der teilweise gerahmten Anleihen des Blitzlichtes geachtet, Fragenden den Ablauf der Bilderausgabe erklärt, Wartenden die Zeit verkürzt und Sonderwünsche, wie zum Beispiel ein Foto mit dem eigenen iPhone zusätzlich, erfüllt. Alle Anwesenden waren aber total entspannt und gut gelaunt, nichts anderes bin ich von diesem Verein gewohnt…

Meine Kameraeinstellungen habe ich so gut wie möglich an die Drucker angepasst – so richtig toll ist deren Qualität nämlich nicht, wenn es um Schärfe und Kontrast geht. Aber das kann man ja in der Kamera einstellen. Außerdem habe ich extra einen SB-900 von der Seite blitzen lassen, damit es ein Kantenlicht gibt und so der optische Kontrasteindruck etwas verstärkt wird. Von vorne kam dann mein Profoto mit 60cm Oktabox zum Einsatz. Und ich habe echt nur einen Akku gebraucht und den auch nicht komplett. OK, das hat nur funktioniert, weil das Einstelllicht mit einem separaten Stromanschluß befeuert wurde, denn das Einstelllicht “frisst” ziemlich viel Akkusaft.

Die Eneloops von meinem SB-900 musst ich zwischenzeitlich wechseln, obwohl dieser Blitz mit wesentlich weniger Power blitzte – Kantenlicht braucht ja nicht so viel Power…

Von daher ist der erste Härtetest wirklich positiv verlaufen. Und das Einstelllicht des AcuteB Blitzkopfs war natürlich super praktisch, um die Reflektionen schon vor dem Auslösen festzustellen.

Fotografiert habe ich übrigens mit dem Nikon 50mm f/1.4 bei Blende 4 und ISO 125 bei 1/200s Belichtungszeit. Ich bin echt glücklich, dass ich das leichteste Objektiv in meiner Kameratasche nutzen konnte, denn im Laufe eines Tages wird auch das leichteste Equipment schwer.

Und ich bin froh, dass mein geschätzter Kollege Selim für die Presse vor Ort war, denn sonst hätte ich von dem Tag selbst gar keine Fotos – die Speicherkarten wurden immer direkt nach dem Ausdruck gelöscht, um den Workflow zu optimieren und den “Druckermädels” die Arbeit zu erleichtern.

7 Bemerkungen
  1. Wow, ich kann Dir nachfühlen was für ein Stress das war. War damals selbst bei einer Session-Eröffnung eines Ruhrgebiets-Klub als Fotograf dabei.

    Nach solch einem Tag macht man nicht mehr viel. Man ist nur froh, dass alles reibungslos geklappt hat.

    Chapeau!

  2. Ok, ist gekauft 😉
    Ich habe dieselbe Blitzanlage (als Zweitgerät unterwegs) und nutze seit Jahren einen billigen Durchlichtschirm, den ich nach McNally – Art mit einem weiteren Diffusor aufpeppe. Das ist eher supoptimal.

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