Neun Bilder pro Sekunde
Stefan Groenveld

Als die Nikon D3 im Jahr 2008 angekündigt wurde, staunten viele über die Möglichkeit mit 9 Bildern pro Sekunde fotografieren zu können. Und bestimmt genauso viele Menschen fragten, ob das denn auch wirklich notwendig sei. Ich mich auch…

Als ich Anfang der 90er Jahre Sportfotografie gemacht habe, war ich stolz mit einem Motor an meiner Minolta 3,5 Bilder pro Sekunde fotografieren zu können. Das bedeutete damals immerhin innerhalb von 10 Sekunden einen Film belichten zu können. Ein kostspieliges Vergnügen… Allerdings habe ich damals auch auf einem Film zwei Fussballspiele fotografiert und hatte hinterher mindestens 2 Bilder in der Zeitung. Heute sieht die Welt bekanntlich anders aus.

Es ist heutzutage üblich pro Spiel mindestens 20 Bilder an seine Agentur zu schicken, weil die Redaktionen eine entsprechende Bildauswahl haben möchten. Und die Spiele sind schneller geworden, weswegen ich mittlerweile grundsätzlich mit der Einstellung von 9 Bilder pro Sekunde fotografiere. Das digitale Format macht das “Belichten” deutlich preiswerter und die Auswahl ist einfach eine andere als wenn ich mit weniger Bilder pro Sekunde fotografiere.

Im folgenden habe ich mal eine Sequenz von fast Anderthalbsekunden zusammengestellt, damit Du Dir ein Bild darüber machen kannst, was es denn bedeutet mit dieser Bildfolge zu fotografieren.

Beispiel für neun Bilder pro Sekunde
Beispiel für neun Bilder pro Sekunde

Zu sehen ist ein Pass von Lars Kaufmann auf Sebastian Preiss von der deutschen Handball Nationalmannschaft, der die slowenische Abwehr von Miha Zvizej, Klemen Cehte und David Miklavcic aushebelt. Die Bildfolge entstand am 13. Juni 2009 in Hamburg beim 38:30 vom DHB gegen Slowenien im EM-Qualifikationsspiel.
Für mich hat diese hohe Anzahl von Bildern also 2 Vorteile: zum einen bekomme ich eher ein auswertbares Bild und zum anderen gelingt es mir so wesentlich häufiger die Nummern der beteiligten Spieler zu sehen – und die sind ja genauso wichtig, wie der Ball im Bild.

Aber sicherlich würde die Sportfotografiewelt nicht untergehen, wenn die Kameras weniger Bilder pro Sekunde produzieren würden…

3 Bemerkungen
  1. Die Bildfolge verdeutlicht die Vorteile, die Du ansprichst, sehr schön. Die “normalen” fünf Bilder pro Sekunde an meiner D700 sind mir manchmal schon zu langsam. Aber um eine Anschaffung der Utensilien zu rechtfertigen, mit denen ich auf acht Bilder kommen würde, fotografiere ich einfach zu selten Sportevents – auch wenn es verlockend ist.
    Schöner Artikel!

  2. Minolta?
    3,5 B/s?
    Doch nicht etwa die X-700, oder? Mit der habe ich mal angefangen. War meine erste Kamera mit Motor für den Sport.

    Und einen Film in 10 Sekunden zu belichten wurde dann noch getoppt von der Nikon F3. Da brauchte die Kamera nur 6 Sekunden für den 36-Fim – bei 6 B/s. Und selbst das Zurückspulen erledigte die Kamera. OK – zumindest das braucht man heute ja nicht mehr. 😉

    Und wenn man so überlegt, dass man da noch per Hand scharf gestellt hat…

    Heute schaffen selbst die kleineren Kamaras mehr als diese Geschwindigkeit. Meine EOS 50D kann 6,3 B/s – MIT Autofokus. Und das funktioniert bei der Kamera auch erstaunlich gut.

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