3mm sind nicht viel – oder doch?
Aufgenommen mit dem AF-S 14-24mm f/2.8 bei Offenblende und 14mm. Belichtungszeit war 3 Sekunden.
Aufgenommen mit dem AF-S 14-24mm f/2.8 bei Offenblende und 14mm. Belichtungszeit war 3 Sekunden.
Stefan Groenveld

Ich bin durchaus froh das AF-S 17-35mm f/2.8 zu besitzen und fotografiere gerne mit diesem Objektiv. Nun hatte ich aber die Möglichkeit für einige Stunden das neuere AF-S 14-24mm f/2.8 ausprobieren zu dürfen. (Vielen Dank an Johannes für’s Ausleihen!)

Natürlich kenne ich den Spruch “es kann nicht weitwinklig genug sein” und das war auch einer der Gründe für meinen frühzeitig Umstieg ins digitale Vollformat, aber welche Bedeutung haben diese 3mm am kurzen Ende der Brennweite? Heute abend habe ich in der Kürze der Zeit schnell einen Fleck gesucht und mit beiden Objektiven die gleiche Aufnahme gemacht. Auch die (eher unwesentliche) Bearbeitung der Bilder habe ich bei beiden Aufnahmen identisch mittels Capture NX2 durchgeführt.

Hier nun das Ergebnis. Zunächst die Aufnahme mit dem AF-S 17-35mm f/2.8

Aufgenommen mit dem AF-S 17-35mm f/2.8 bei Offenblende und 17mm. Belichtungszeit war 3 Sekunden.
Aufgenommen mit dem AF-S 17-35mm f/2.8 bei Offenblende und 17mm. Belichtungszeit war 3 Sekunden.

Und nun die Aufnahme mit dem AF-S 14-24mm f/2.8 unter identischen Bedingungen

Aufgenommen mit dem AF-S 14-24mm f/2.8 bei Offenblende und 14mm. Belichtungszeit war 3 Sekunden.
Aufgenommen mit dem AF-S 14-24mm f/2.8 bei Offenblende und 14mm. Belichtungszeit war 3 Sekunden.

Davon abgesehen, dass die Abbildungsqualität beider Linsen auch bei Offenblende wirklich hervorragend ist (das erwarte ich allerdings auch von Linsen die neu ca. 1700€ kosten bzw gekostet haben), kannst Du wirklich gut sehen, wie entscheidend drei lächerliche Millimeter sein können. Zumindest im weitwinkligen Bereich.

Und 14mm bekommst Du mit einer der sogenannten Crop-Kameras gar nicht hin, denn selbst bei dem günstigen Cropfaktor von 1,5 bei Nikon – Canon hat ja sogar 1,6 – und der weitwinkligsten Linse für diese Kameras mit 10mm ergibt das eine “echte” Brennweite von mindestens 15mm.

Eine Lösung wäre dann nur noch ein Fisheye, aber das hat natürlich andere bekannte Einschränkungen. Trotzdem hier außer Konkurrenz die Aufnahme mit einem 16mm Fisheye von Nikon.

Aufgenommen mit dem AF 16mm f/2.8 Fisheye bei Offenblende. Belichtungszeit war 3 Sekunden.
Aufgenommen mit dem AF 16mm f/2.8 Fisheye bei Offenblende. Belichtungszeit war 3 Sekunden.

Und welches Objektiv würdest Du Dir nun kaufen?

8 Bemerkungen
  1. Hallo lieber Namensvetter,

    also wenn ich das Geld hätte, was ich nicht habe, würde ich mir das 14-24 kaufen oder kosequenterweise gleich die neue AF-S NIKKOR 24mm f/1.4G ED Festbrennweite.
    Das 24er reicht doch für fast alles im WW-Bereich aus. Alles andere sind Spielereien, dafür gebe ich doch nicht über 2000 Euro aus.
    Ansonsten bist du mit dem 17-35 doch super ausgestattet.

    Gruß
    Stefan

  2. Vielen Dank für diesen sorgfältigen Bericht. An diesen Fotos fällt, genau wie im Test mit den Festbrennweiten, den ich vorher gelesen hatte, ein deutlicher Unterschied auf.
    Ich denke schon, dass sich der Preisunterschied lohnt. Irgendwann schleppt man den Wert eines Neuwagens mit sich herum.
    Es ist aber wie früher bei meinem HiFi-Hobby, es gab diese und jene Lautsprecher, diese und jene Lautsprecherkabel. Da musste es auch immer Oehlbach sein! Erst dann ist man zufrieden, aber es hört man wirklich. Das ist wie bei diesen Bildern. Da kann man die Grenzen der Digitaltechnik einmal ausreizen. Irgendwann gehts noch besser 😀 !

  3. Hallo Stefan,
    Ich finde den Unterschied nicht so viel Geld wert. Dein AF-S 17-35mm f/2.8 ist schon sehr gut. Wenn Du Geld ausgeben möchtest und es noch nicht besitzt würde ich das Fisheye nehmen.

    LG
    Tom

  4. Nur eine Frage wie weit bist du bei den Bildern vom Baum entfernt?

    Das 17-35 hat eine Naheinstellgrenze von 30cm
    Das 14-24 hat eine Naheinstellgrenze von 28cm

    Die Unschärfe beim 17-35mm Bild am Baum kann nicht durch unterschrittene Naheinstellgrenze sein?

    Die Schärfentiefe bei 17mm ist “geringer” als bei 14mm, wenn ich das jetzt so richtig im Kopf habe!?

  5. Habe neulich einen ähnlichen Test gemacht und bringe einen Blogbeitrag dazu. Ein paar Gedanken vorab:
    1. bei den von dir gezeigten Außenaufnahmen kann man meist einen Schritt zurück gehen und die Aufnahme also auch mit dem 17mm machen. Mein persönlicher Anwendungsfall sind Innenräume. Bei denen spielt die Brennweite eine kriegsentscheidende Rolle, da man nicht beliebig einen Schritt nach hinten gehen kann. Irgendwann kommt die Wand und dann braucht man extreme Weitwinkel.
    2. das 12-24 mm ist am Vollformat DIE Linse um die ich euch Nikonfotografen beneide.
    3. habe das Sigma 12-24 an Canon 5D getestet und mit diversen Weitwinkeln verglichen. Testserie folgt im Blog.
    4. Fisheye kann man inzwischen mit wenig Aufwand entzerren. Auch dazu werde ich berichten insbesondere auf die Qualität werde ich eingehen.

    Sehr guter Beitrag und Blog. Werde dir weiter folgen!

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