Deutlich ist das Ringlicht in den Augen des Modells zu sehen
Deutlich ist das Ringlicht in den Augen des Modells zu sehen

Foto Workshop bei Guido Karp im April 2007

Ich habe noch nie bei einem Foto-Workshop teilgenommen. Umso gespannter war ich, was mich wohl erwarten würde. Nach sechs Stunden zuhören, informieren und fotografieren, dachte ich zunächst nur, dass ich „nur“ ein paar schöne Bilder gemacht hätte. Erst im Laufe des nächsten Tages wurde mir langsam klar, wie viele verwertbare Informationen ich von dem Profifotograf Guido Karp gelernt hatte.

Guido Karp ist einer der erfolgreichsten Konzertfotografen der Welt und natürlich kann man von einem solch erfahrenen Profi nur durch Beobachten seiner Arbeitsweise schon etwas lernen. Und hinterher bei der Umsetzung direkt feststellen, das vieles nicht so einfach ist, wie es aussieht.

Bei dem Workshop gab es sechs unterschiedliche Lichteinstellungen bei sechs unterschiedlichen Models, die nach einer gewissen Zeit die Sets gewechselt haben. So gab es genügend Abwechslung beim Fotografieren. Was mir besonders gut gefallen hat, waren die Lichtsets, die mit geringen finanziellen Mitteln selbst zu erstellen sind. Klar ist es schön professionell gestylte Mädels unter professionellen Bedingungen abzulichten, aber wenn man in den eigenen vier Wänden weiterüben will, kann man sich nicht mal eben ein Blitzequipment im vierstelligen Eurobereich zulegen. Bei dem Workshop gab es von allem etwas.

Sehr gut geeignet sind zum Beispiel einfache Baustrahler. Zwischen Modell und Baustrahler wird ein weisses Tuch gehängt, um das Licht großflächig und diffus zu machen. In der elektronischen Bucht gibt es auch für relativ kleines Geld Ringleuchten oder Flächenleuchten, die gegenüber einem Blitz den Vorteil des angenehmeren Lichts für den Portraitierten haben.

Dabei ist es dann wichtig die richtige Farbtemperatur beim Fotografieren zu wählen. Für die Leute, die sich die passenden Kelvinwerte nicht merken können, gab Karp einen passenden Tipp: „Lampe ist Lampe, Sonne ist Sonne und Blitz ist Blitz!“ Ich habe es zunächst auch nicht verstanden, weil ich bisher annahm, dass die Automatik der D200 schon alles richtig machen würde. Aber ein kleiner Dreh bei der „Whitebalance“ macht einen enormen Unterschied aus. Und man muss später nicht mehr korrigieren – und deswegen muss man dann plötzlich auch nicht mehr im speicherfressenden RAW-Format fotografieren. Wer schon beim Belichten alles richtig macht, hat später weniger Arbeit bei der Bearbeitung der Daten. Aber diese Sicherheit muss man auch erstmal bekommen…

Neben solcher technischen Details wurde auch auf ganz praktische Dinge hingewiesen: die korrekte Kamerahaltung. Auch hier hatte Karp einen Tipp – den „10.000 Euro Tipp“. Denn mit der korrekten Kamerahaltung kann man nicht nur schneller reagieren, sondern gerade mit Teleobjektiven stabiler aus der Hand fotografieren. So kann ich auch mit lichtschwächeren Linsen arbeiten und spare schnell 10.000 Euro…

Am hilfreichsten fand ich allerdings die Tipps zur nachträglichen Bildbearbeitung. Ich habe mir gleich abends zwei Photoshop-Aktionen erstellt und auf Funktionstasten gelegt, mit denen ich die häufigsten Standardarbeiten in sekundenschnelle erledigen kann. Nach dem Öffnen eines Bildes erstelle ich mir nun 4 verschiedene Einstellebenen, mit denen ich individuell das Bild korrigieren kann. Wenn das erledigt ist, werden drei verschiedene Versionen des Bildes in unterschiedliche Ordner in unterschiedlichen Qualitäten abgespeichert. So kann ich sicherstellen, dass ich was schnelles für die Bildauswahl und zur Präsentation im Web, was hochwertiges für eventuelle Druckaufträge und eine vollständige Version für eventuelle Nachbearbeitungen habe. Die vollständige ist übrigens ungeschärft abgespeichert, damit ich niemals ein Bild doppelt und somit überschärfe.

Insgesamt ein gelungener und lehrreicher Abend, der sich finanziell im Rahmen hielt. Für die 49 Euro „Eintrittsgeld“ gibt es schließlich später noch eine DVD mit allen Informationen zum Workshop.

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