Das war ein sehr lautes Schweigen für die Opfer des Nationalsozialismus und ein starkes Zeichen gegen Rechts. Sicherlich die beeindruckendste Choreo, die ich am Millerntor erlebt habe. Mir fehlen komplett die Worte, die auch nur ansatzweise das ausdrücken können, wie ich mich in diesen stillen Minuten gefühlt habe. Ich bin eben Fotograf und kein Texter. Jedenfalls danke ich allen Beteiligten, die diese Würdigung so eindrucksvoll in die Tat umgesetzt haben. „Und ich weiß, warum ich hier stehe!“

Für die Leute, die nicht im Stadion waren: der Holocaust Gedenktag war Anlass für eine Totenstille im Millerntor beim Einlauf der Mannschaften. Auch das übliche Hells Bells lief nicht über die Lautsprecher. Fast 30000 Menschen gedachten so der Opfer des Nationalsozialismus. Auf der Nord und der Süd standen auf über hundert Doppelhaltern die Namen der im Holocaust ermordeten Menschen aus St. Pauli.

 

Ja, Fussball wurde auch gespielt: SV Darmstadt 98 mit dem frühen Gegentor und starkem Torwart. Das Spiel erinnerte mich etwas an den Auswärtssieg vom FC St. Pauli am Donnerstag – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Shit happens! Der neue Mann in braun-weiß Dimitris Diamantakos machte auch einen guten Eindruck. Aber 0:1 ist am Millerntor gegen die Lilien wohl das Standardergebnis…