Samstag war einer der Tage an dem gefühlt alles stattfand, was stattfinden kann: Spiel der U23, Heimpremiere der ersten Frauen, Anti-Nazi-Demo am Hauptbahnhof und eben Rollerderby der Hamburg Harbor Girls. Letzteres beinhaltete zwei Bouts: ein Freundschaftsbout gegen die Combat Girls aus Aalborg und das erste Bundesliga-Heimbout gegen Ruhrpott Rollergirls aus Essen. Die Halle war überhaupt nicht überraschend nur halb gefüllt, weil gegen Nazis am anderen Ende der Stadt Anwesenheit zeigen durchaus wichtiger ist.

Auch in dem kleinen Rahmen eines Rollerderby Tages stand alles im Zeichen einer freundlichen Willkommenskultur. Schon am Eingang wurde zu Spenden für Flüchtlinge aufgerufen, die Fans zeigten eine schöne Choreo gegen Faschismus und am Ende riefen beim Gruppenfoto alle „Say it loud, say it clear, refugees are welcome here“. Das Leben könnte so einfach und schön sein. Und während ich die Zeilen am späten Sonntag schreibe, macht Deutschland die Grenzen dicht und stellt den Zugverkehr zwischen Österreich und unserem Land ein. Die Nazis lachen sich gerade in Fäustchen und wählen beim nächsten Mal alle die ach so christlichen Parteien. Eine Spielerin hatte das weitere Wochenende wohl geahnt und auf ihrem Helm „Deutschland, Arschloch, Fick dich“ kleben. Unfassbar, wie die Politik mit dem Arsch einreisst, was hunderte Freiwillige an positivem Bild von Deutschland in der Welt aufgebaut hat. Und ich hoffe alle Teilnehmer vom Rathausplatz verschlucken sich an den Fähnchen mit denen sie Scholz am Samstag zugewedelt haben.

Kann ich jetzt noch was zum sportlichen Geschehen schreiben?

Das Freundschaftsbout war schon vor dem Start so freundschaftlich, dass beide Teams die gleiche Einlaufmusik hatten. Der erneut hervorragend aufgelegte DJ Tipbox hatte schon Befürchtungen, das Publikum wurde denken, er wäre zu blöd zwei unterschiedliche Songs abzuspielen. Seine Klasse zeigte sich hingegen bei den technischen Schwierigkeiten mit der Anzeigetafel, die eine längere Pause im zweiten Bout bedeuteten und damit endete, dass Spielerinnen auf der Spielfläche auf Rollschuhen zu seiner Musik tanzten und das Publikum dazu mitsang. Sensationelle Stimmung…

Das erste Bout wurde erst im letzten Jam für Aalborg entschieden. 145 zu 159 aus Hamburger Sicht ist ein sehr knappes Ergebnis und entsprechend groß war der Jubel auf Seiten der Combat Girls. Das Bundesliga-Bout war hingegen sehr früh entschieden. Essen fand nur statt, wenn der engagierte Trainer bei den Schiris seine Bedenken über deren Entscheidungen äußerte. 286 zu 98 Punkte sprechen eine sehr eindeutige Sprache. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt ein so deutliches Ergebnis erlebt habe.

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