Die Überschrift mag täuschen. Es geht in diesem Blogpost gar nicht darum, ob nun analog besser als digital oder umgekehrt ist. Jede Technik, jede Kamera hat seine Zeit, seine Einsatzmöglichkeit, seinen Sinn – Du nutzt ja auch unterschiedliche Brennweiten.

Als ich nach vielen Jahren wieder anfing analog zu fotografieren, ging es mir auch darum, schneller zu einem bestimmten Look zu kommen. Viele von euch nutzen sicherlich das sehr verbreitete VSCO in Lightroom, um den digitalen Bildern etwas analoges Leben einzuhauchen. Davon abgesehen, dass mir persönlich etliche VSCO Presets etwas zu künstlich rüberkommen, war ich ja schon immer eher ein Freund von Capture One. Mein Google-Ergebnis „CaptureOneStyles“ hat mich bei Einführung von Capture One 8 endgültig umsteigen lassen. Seit einem halben Jahr nutze ich Lightroom nur noch für’s Archiv.

Capture One Styles wirbt damit mit Presets aus digitalen Files den analogen Touch herauszukitzeln. Das ist nicht so umfangreich wie VSCO und auch nicht so ausgefeilt, aber für meine Zwecke völlig ausreichend. Darüberhinaus kostet es nur einen Bruchteil der VSCO Sets.

Nun wollte ich ausprobieren, ob diese Presets auch wirklich funktionieren. Zumindest am T-Max 400 habe ich es nun ausprobiert. Ich fotografierte eine sehr ähnliche Situation jeweils mit dem gleichen Objektiv – dem Elmarit-M 28mm – einmal mit der Leica M und einmal mit der Leica M6. Letzteres auf T-Max 400, den ich dann in HCD 80 + 20 von Spürsinn entwickelte. Das digitale File importierte ich in Capture One, suchte den passenden Style von Capture One Style heraus und passte die dort mitgelieferte Filmkorn Vorlage an. Erkennst du den Unterschied?

Natürlich ist ein Unterschied zu sehen, denn Film geht mit Licht ganz anders um, als dies Digitalkameras können. Die Kameraindustrie setzt besonders beim Objektivbau alles daran, dass der Strahlengang möglichst immer nur wenige Sensoren auf den Chip anregt, um so Schärfe und Kontrast hinzubekommen – sehr laienhaft ausgedrückt. Beim Film funktioniert das alles nicht: Licht wird immer nebenliegende lichtempfindliche Kristalle anregen.

Aber um diese wissenschaftlichen Details geht es mir nicht. Ich wollte wissen, aber ich mit möglichst wenig Klicks einen bestimmten analogen Look hinbekomme. Capture One Styles hat mir dabei sehr geholfen.

Gegen das Gefühl direkt mit Film zu arbeiten, kommt aber natürlich kein Computer-Programm an…

Ach so: falls du wissen willst, ob du bei deiner Einschätzung welches der beiden Bilder das analoge Leica M6 + T-Max400 Bild ist: rechts ist analog zu sehen, links digital.
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18 comments

  1. Hi Stefan, ich hatte mich erst an der Sonne orientiert (frag mich nicht warum) und wollte erst das linke als analog……. Wie auch immer…… interessanter Artikel, ich mag auch deinen blog seit längerer Zeit, obwohl ich KSC Anhänger bin 😉 Weiter so!

  2. Hi Stefan,

    das ist ein verdammt schwieriges Thema – und der T-MAX ein verdammt schwieriger Film 😉

    Was die emotionale Stimmung dieser Bilder angeht, habe ich alles ausprobiert. Inkl. bester Ausdrucke digitaler Quellen auf Hahnemühle Baryt.

    Analog bleibt einfach analog. Aus Respekt vor dieser Erkenntnis mag ich es digital nicht mehr nachahmen.

    Aber das ist nur meine persönliche Empfindung.

  3. Stefan, dein Beitrag über CaptureOne kommt ja gerade richtig… befinde mich gerade in der Umstiegsphase von Lightroom zu CaptureOne und nach den ersten Edits bin ich begeistert. Habe sogar das Gefühl, eine ganz neue (bessere) Kamera zu besitzen 😀

    Verwendest du CaptureOne für alle deine Arbeiten, also von Fußball bis zu Hochzeiten?

    1. Ja. Und Deine Gefühl bezüglich der Bearbeitungsqualität kann ich total nachvollziehen.

  4. Danke, hatte capture mal und nun denke ich wieder drüber nach!!!

    Deine Lightbox hier aufm Blog funzt mobil leider nicht

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