Focus Peaking
Focus Peaking an einer Fuji X100s
Focus Peaking an einer Fuji X100s
Stefan Groenveld

Ein Begriff sorgt für freudiges Füssescharren bei den aktuellen Besitzern von Fuji Kameras aus der X-Serie mit Wechselobjektiven: Focus Peaking! Diesen Begriff kenne ich schon länger, denn mein Lieblingsmakrofotograf Manfred aka Zoomyboy liegt mir mit diesem Begriff gerne in den Ohren – direkt neben dem Begriff “Klappdisplay”. Makrofotografen haben eben andere Vorlieben …

Ich selbst kam erst kürzlich dazu, mir dieses sagenumwobene Feature moderner Kameras anzuschauen: meine Ex-Fuji X100s hatte das nämlich schon eingebaut. Und mit diesem Blogpost wollte ich Dir erklären, warum ich mich darüber freue, dass Fuji am 23. Juli 2013 mit einem Firmware-Update dieses Feature in der X-Pro1 und X-E1 nachpflegt.

Focus Peaking erleichtert das manuelle Fokussieren, denn die Schärfeebene wird im Sucher farbig hervorgehoben. Früher™ gab es Schnittbildindikatoren, aber die funktionieren nur, wenn das Sucherbild mit einem optischen System erzeugt wird – in spiegellosen Kameras gibt es aber kein optisches System, sondern das Sucherbild wird elektronisch erzeugt. Focus Peaking ist im Prinzip ein elektronischer Schnittbildindikator mit dem Vorteil, dass er auf der kompletten Sucherfläche funktioniert.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich zunächst dachte, Focus Peaking brauche ich nicht. Aber das Sucherbild einer Kamera mit Cropsensor ist doch relativ klein für so einen alten Menschen wie mich. Erstmals genutzt und sofort verliebt habe ich mich ins Focus Peaking bei dem oben gezeigten Bild: der Autofokus hatte keine Chance, durch den schmalen Schlitz, den die Gardinen freigaben, hindurchzufokussieren. Im Sucher war das Gesicht nur wenige Pixel groß – sich da bei manueller Scharfstellung auf das Sucherbild zu verlassen ist eher fahrlässig. Dank Focus Peaking war die Fokussierung ein Kinderspiel.

14 Bemerkungen
  1. Wobei, interessanter noch als das Focus Peaking finde ich an der X100S das digitale Schnittbild. Aber da wird man wohl auf eine X-Pro2 und X-E2 warten müssen, bis es auch in den Modell-Serien integriert ist, weil es den X-Trans Sensor zweiter Generation erfordert …

    1. Siehste, mit dem Schnittbildindikator bin ich auf dem kleinen Sucherbild nicht zurecht gekommen. Aber das ist ja das Schöne an den modernen Kameras: jeder kann sie für sich individuell einstellen und nutzen.

  2. Jetzt fehlt nur noch der bestellte NOVOFLEX Adapter (X-Mount – NIKON) und dann kommen meine alten D-NIKKORE (50mm 1:1.4 und 85mm 1:1.8) zum Einsatz…

    1. Oh, du hast dir den teuren Novoflex geleistet? Ich habe ja den billigen Nachbau genommen und der macht seinen Job auch gut. Wobei nur längere Brennweiten funktionieren, bei kürzeren wir bei Offenblende das Bild weich.

  3. Es wundert mich, dass Fuji so spät damit kommt. Mit der X-Pro 1 kam ja gleich ein Adapter für das M-Bajonett auf den Markt, so dass es sich da schon angeboten hätte, zumal die Mitbewerber Sony mit der NEX und Ricoh mit der GXR bereits dieses Feature anbieten konnten.

    Ich bin mal gespannt, wie Du insgesamt mit der Trefferquote des Peakings zufrieden bist. Ricoh liegt in meiner Gunst immer noch knapp vor der NEX.

    1. Da gibt’s Unterschiede? Eigentlich mache ich mir zu sowas keine Gedanken, denn ich bin kein Produktentwickler. Ich habe gelernt, mit den Dingen umzugehen, so wie sie sind – und zu versuchen, das Beste rauszuholen.

  4. Vielen dank für deinen Artikel. Ich habe erstmals mit Fokus-Peaking Kontakt gehabt, nachdem ich meine EOS 70D mit LiveView angeschafft hatte. Für Besitzer eines Android Smartphones oder Tablets und für Besitzer einer Canon Kamera gibt es die App DSLR-Controller. Per USB oder WLAN kann man dann Fokus-Peaking auf dem Handy benutzen. Ideal für meine kleine Sammlung an manuellen Objektiven mit M42-Anschluss.

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