Ausprobiert: DxO Optics Pro 9 im Vergleich zu Lightroom 5
Stefan Groenveld

DxO Optics Pro ist ein RAW Konverter, den ich früher oft nutzte, da es das erste Bildbearbeitungsprogramm war, das Objektivkorrekturen konnte und seine Stärken in der Entwicklung von grossen Bildmengen ausspielen konnte. Dann kam Lightroom und ich öffnete DxO immer seltener.

Jetzt gibt es die Version 9 von DxO Optics Pro und ich dachte mir: “komm, gib dem Programm noch mal eine Chance.” So testete ich nun mehrere Stunden mit dem Programm herum und verglich meine Ergebnisse auch mit Lightroom 5. Dieser Artikel ist also eine Art Ergänzung zu meinem Vergleich verschiedener RAW-Konverter.

Um Dich nicht lange auf die Folter zu spannen: DxO Optics Pro 9 ist ein Konverter, der dank vieler Automatismen, recht gute Ergebnisse erzielt. Damit die Automatismen optimal greifen, musst du allerdings schon bei der Belichtung der Aufnahme gut gearbeitet haben. Sobald Du beim Auslösen einen Fehler gemacht hast, wirst Du mit Lightroom schneller zu einem besseren Ergebnis kommen. Zwar fällt bei DxO9 das langwierige Rendern der Vorschauen wie in Lightroom weg, dafür dauert es ziemlich lange, bis Veränderungen der Regler oder Einstellungen in der Vorschau von DxO sichtbar werden. Also: wenn eine einfache Optimierung Deiner Bilder ausreichend ist, wird Dir DxO Optics Pro – besonders bei grossen Bildmengen – weiterhelfen. Du musst im Prinzip nur den Ordner öffnen und dann “Export auf Festplatte” anklicken.

Neu ist in DxO eine angeblich verbesserte Rauschunterdrückung. Da diese sehr rechnerintensiv ist, ist sie standardmäßig nicht aktiviert. Sie nennt sich “Prime” und verlängert den eh nicht besonders schnellen Export erheblich. Das Ergebnis ist bei Flächen ok, aber natürlich werden feine Strukturen leicht glatt gebügelt. Lightroom ist nicht ganz so effektiv, dafür sind die Einstellungen individueller und daher können feine Strukturen besser erhalten bleiben. Damit Dir das gelingt, musst Du aber in Lightroom rumprobieren oder wissen, welchen Effekt Du mit welchem Regler erreichen kannst. DxO Optics Pro nimmt Dir diese Arbeit ab.

Bei diesem Beispiel bei ISO4000 siehst Du auch noch ein wirklich gutes Feature bei Weitwinkelaufnahmen: die “Volumendeformation”. Die Gesichter der DxO Konvertierung sehen meines Erachtens besser aus, als bei Lightroom.

Meiner Meinung nach richtet sich DxO DxO Optics Pro 9 eher an Beginner in der RAW Konvertierung. Die vielen Regler können in Lightroom zur Verwirrung führen und Du musst schon wissen, was Du machst. DxO nimmt Dir vieles ab. Es gibt in der 9er Version auch Presets, die Dir zusätzlich zu den Automatismen schneller zu guten Bildergebnissen helfen.

DxO bietet auch einen neuen FilmPack an, der sehr angenehm in dem Konverter eingebettet ist und mit seinen Ergebnissen mich überzeugt hat. Für dieses Bild brauchte ich keinen Regler zu schubsen, DxO Optics Pro hat das Bild für mich analysiert und richtig entwickelt. Ich habe mir nur das gewünschte Filmfeeling ausgesucht.

Der Export der Bilder dauert übrigens deutlich länger als bei Lightroom, in der Regel um den Faktor drei. Allerdings läuft der Export sehr angenehm im Hintergrund und ermöglicht ein Bearbeiten weiterer Bilder. Da reduziert Lightroom gerne mal die Geschwindigkeit der Vorschauänderung beim Verändern eines Reglers.

Mein Fazit ist also Zwiegespalten: einerseits hat DxO Optics Pro 9 absolut seine Berechtigung, andererseits ist Lightroom schneller und vor allem auch preiswerter. Wenn Du noch keine Erfahrung mit RAW-Konvertern hast, ist DxO vielleicht eine gute Möglichkeit, dich langsam an die Einstellungsvariablen zu gewöhnen. Es gibt auf der Webseite von DxO eine Testversion. Das Filmpack kannst Du innerhalb von Optics Pro 9 – auch in der Testvariante – aktivieren.

32 Bemerkungen
  1. sehr interessant, ich bin auch gerade dabei verschieden raw converter zu testen.
    capture one und optics pro waren auch dabei – LR ist meine “Referenz”, da ich damit schon relativ lange unterwegs bin.
    ich fand die bedienung von LR mit abstand zu allen anderen am besten, allerdings hat mich das erste testfoto nach der entwicklung in optics pro von den socken gehauen.
    ich habs wahrscheinlich etwas übertrieben, aber ich finde den look sensationel und hab mit lightroom nichtmal in eine ähnlich richtung gedreht (offensichtlich hatte ich KEINE konkrete vorstellung wie das fertige bild aussehen sollte!)
    http://www.flickr.com/photos/ilandigital/10708116214/

  2. Hallo,

    danke für den Vergleich. ICh denke ich würd emit Lighhtroom zurecht kommen, allerdings bin ich zu faul :-=)
    Ich mag DXO sehr gerne, einfach aufmachen , exportieren und fertig. Auf jeden Fall eine viel bessere Qualität als die jpgs ooc von meiner D3200.

    GRuß,

    Oliver

  3. Hallo Stefan,

    Danke, Dein Testwar sehr aufschlussreich. Interessant, dass Du capture one für Haut
    auch so gut findest. muss ich jetzt dringend mal ausprobieren. Dachte LR5 ist bereits ebenbürtig. Was kann capture one denn so viel besser? Wäre über eine Stellungnahme sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Michael

  4. Wow, nochmals besten Dank für die rasche Stellungnahme. Werde ich tun.
    Bin momentan allerdings erst mal mit Möbeln beschäftigt und vergleiche dabei mal
    dxo viewpoint mit LR…
    Gutes neues Jahr
    M

  5. Vielen Dank für deinen Beitrag. Seit ca.4 Jahren habe ich DXO auch links liegen gelassen und LR + CS 5 + Nik benutzt und werde mal eine neue Testversion laden, um DXo wieder eine Chance einzuräumen. Vermute nur dass die Vielzahl der Programme mich nicht gerade auf eine geradliniges Arbeiten fokussiert…

  6. Gibt es ausser mir eigentlich niemanden, der den RAW-Converter von Photoshop verwendet?

    In der Vergangenheit habe ich immer Aperture genommen. Das ist so lala, aber am Mac einfach der Standard (es ist mit ca. 60€ wirklich sehr preiswert). Jetzt geht es leider nicht, da ich auf die Samsung NX30 umgestiegen bin und der Mac die RAWs von Samsung nicht unterstützt….

    Als Zahnarzt mache ich viele Bilder von Zähnen (ja, wirklich ;-)). Viele nehmen dafür Photostation. Bei mir kam das Programm nie in die engere Auswahl.

    Bei meiner NX30 war auch eine Lizenz von den neuen Lightroom dabei. Mein Favorit ist es aber immer noch nicht. Für Windows-Nutzer ist die GUI gut, für Mac-Nutzer doch eine erheblich Umstellung.

    Naja, für meine paar Zähne, bei denen ich die RAWs nachbearbeite, liebe ich halt den Import bei Photoshop.

  7. Dem kann ich nur zustimmen. Ich nutze nun DXO seit der Version 7 und bin begeistert. Lightroom habe ich mir nun auch mal installiert. Ist mir aber spontan to much. Ich muss die Bilder erst in einen Katalog importieren, bevor ich sie bearbeiten kann. Anstatt gleich nach dem Start einen Ordner auszuwählen. Das ist ein wenig blöd.

    1. Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe Lightroom von “klein auf”. Doch ich kann nach wie vor nicht damit umgehen. Ich habe nie verstanden, wie ich ein Bild öffnen kann. Man muß es erst importieren in einen Katalog. Das funktioniert auf einem NAS nur gähnend langsam. Die ganzen Katalogfunktionen brauche ich ohnehin nicht. Wenn man mit Lightroom nicht täglich arbeitet, ist es eine Qual.
      Als ich mir dann Photoshop gönnte, war die Welt wieder in Ordnung. Mit dem Programm konnte ich auf Anhieb arbeiten. Gott sei Dank!

      Seitdem liegt LR in der Ecke. Die Katalogisierung mache ich sowieso mit Photomechanic und Imabas.

      Ich suche nun einen einfach zu bedienenden RAW-Entwickler. Ich habe diesen DxO ausprobiert. Einfach zu bedienen. Umgehauen hat mich aber dessen Noise-Reduktion (PRIME). Die toppt ja alles, was ich bisher im Einsatz habe. Während Dfine, PS, LR und natürlich auch die Kamera-JPG-Entwickler alles “verschmieren”, bleibt bei DxO tatsächlich kritisches viel besser erhalten (Haar, z.B.). Bevor ich mir DxO jetzt deswegen gönne, werde ich den Entrauscher noch ein wenig testen. Capture One kommt mir arg überteuert vor.

  8. Hallo 🙂

    Ich habe in den vergangenen Jahren alle mir bekannten Raw-Entwickler probiert und gerade in der Anfangszeit fast ausschließlich mit Lightroom und Photoshop gearbeitet.

    Nach vielen Vergleichen ist mir dann aufgefallen, das ich mit Capture one wesentlich schneller zu den gewünschten Ergebnissen komme.
    Ausserdem wirken die Ergebnisse mit LR und DXO im Vergeich immer leicht flau, das Bild von Capture One wirkt im Vergleich knackiger, klarer mit besserer Feinzeichnung.
    Allerdings ist die Prime Rauschentfernung von DXO schon wirklich klasse.

    Ende vom Lied…
    Ich habe ein Capture one Abo abgeschlossen.

  9. Ich bin auch von Lightroom auf Capture One 8Pro umgestiegen und bin von Ergebnissen begeistert. Eine Frage an euch habe ich noch: Ist C1 für die Entzerrung besser oder DxO Viewpoint 2?

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