Wie dem geneigten Leser meines Blogs vielleicht nicht entgangen ist, habe ich mir eine Woche Urlaub gegönnt. Und was macht man den ganzen Tag am Strand? Lesen, natürlich. Ich habe mir kurz vor dem Urlaub das Buch zum Tumblr-Blog von Zack Arias geholt und es in der Woche auch komplett gelesen. Ich finde es eine tolle Sache, dass ein Profi ein Tumblr mit über 1000 Antworten zu Fragen seiner Leser füllt. Das Buch mit gleichnamigen Titel „Photography Q&A“ ist sozusagen die Quintessenz und beinhaltet die vielleicht wichtigsten 100 Fragen rund um die Fotografie. (Edit im Februar 2014: Schön, dass das Buch nun ins Deutsche übersetzt wurde.)

Ich mag ja die Art, wie Zack Arias fotografiert, wie er erklärt und wie er schreibt. Daher war ich auf das Buch sehr neugierig. Wie mag es jemandem gelingen, Fotografie auf 100 Antworten zusammen zu fassen? Im Vorwort von Photography Q&A weist Zack Arias auch gleich darauf hin, dass er mit seinem Buch das Ziel hat, jedem Leser in wenigstens einer Frage eine Hilfestellung zu geben. Klingt nach einer kleinen Hürde, aber ist es aus meiner Sicht nicht. Wenn es so wäre, hätten es andere Fotografen vor Zack Arias probiert – und dann würde es ein solches Buch vielleicht auch schon längst in deutscher Sprache geben. Ach, ja – stimmt: Michael Omori Kirchner versucht ähnliches in der Rubrik „Fragen an Fotografr„, aber – so sehr ich Michael persönlich schätze – da nutzt das Buch dann doch die Chance einer anderen Struktur.

Tatsächlich hat es ziemlich lange gedauert, bis in Photography Q&A meine Frage, die ich Zack Arias stellen würde, wenn ich ihn mal treffen würde, beantwortet wird. Und ich bin ganz glücklich, dass auch er sie nicht hundertprozentig beantworten kann. Das erleichtert mich. In der Fotografie gibt es eben Themen, die nicht mit ja oder nein zu beantworten sind. Zack Arias stellt diese Widersprüche dar und versucht wenigstens unterschiedliche Möglichkeiten aufzuzeigen.

In Photography Q&A geht es zwar auch um die beliebten Fragen rund um technisches Equipment, aber hauptsächlich um Businessfragen. Und obwohl das Buch aus den USA kommt, sind sehr viele Antworten sehr wohl auch in den deutschen Geschäftsbereich übertragbar. Gerade Einsteiger als professioneller Fotograf werden in Photography Q&A viele wertvolle Tipps und Anregungen zum Bestehen am Markt bekommen.

Denn das ist das Schöne an dem Buch und an Zack Arias: er hatte selbst keinen gradlinigen Verlauf seiner Fotografenkarriere. Er steht zu seinen Brüchen und das gibt dem Buch die Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus mag ich auch seine Art zu schreiben. Als ich das Buch frisch in den Händen hielt, schlug ich es mitten drin auf und stolperte gleich über die Textstelle, dass Vollformatsensoren sich in eine dunkle Ecke verkriechen, wenn ein Mittelformatsensor die Bühne betritt. Durchaus trockene Themen werden dank der pointierten Art von Zack Arias lesenswert rüber gebracht. Ein Schmunzeln landete während des Lesens immer wieder auf meinen Lippen.

Außerdem ist die Machart und der Druck von Photography Q&A wirklich gut. Mein Buch ist nun gegerbt mit einer Mischung aus Wasser, Sand und Sonnenmilch – ich werde sicherlich noch das ein oder andere Mal nachschlagen und viele neue Ideen und Herangehensweisen haben den Weg in meinen Hinterkopf gefunden. Danke, Zack Arias …