Gleiche Aufnahme wie oben, aber mit eingeschaltetem Systemblitz. Alle anderen Aufnahmedaten blieben gleich.
Gleiche Aufnahme wie oben, aber mit eingeschaltetem Systemblitz. Alle anderen Aufnahmedaten blieben gleich.

Sommerzeit – Blitzzeit

Heute gibt es von mir nur einen kleinen Tipp und die Idee dazu kam mir bei der Meisterschaftsfeier vom HSV Handball am Hamburger Rathaus am letzten Sonntag.

Ich bekomme nämlich immer wieder Anfragen zum Einsatz von Blitzlicht. Was ist also die Zeit im Jahr, bei der ich am häufigsten meinen Systemblitz einsetze? Korrekt! Der Sommer!

Also dann, wenn draussen eh schon viel Licht ist, komme ich mit noch mehr Licht. Ein Widerspruch? Nein, denn viel Licht bedeutet auch viel Schatten. Und mit meinem Einsatz von Blitzlicht helle ich eben jene Schatten auf.

Schau Dir rechts mal die Bilder an. Zunächst das Bild ohne Blitzlicht.

Du siehst, dass das Sonnenlicht relativ erbarmungslos von rechts hinten brennt. Hätte ich hier auf das Gesicht belichtet, wären alle Stellen die das Sonnenlicht treffen völlig ausgebrannt und zeichnungsfrei geworden. Davon abgesehen, wäre dann auch der Himmel weiß. Die Lichtstimmung wäre völlig hin gewesen. Unser Auge kann diese starken Helligkeitsunterschiede wahrnehmen und ausgleichen – unsere Kamera kann das nicht. Keine. Obiges Bild ist also ein guter Kompromiss, um das Bild aus dieser Position zu realisieren.

Jetzt habe ich den schlechtestmöglichen Blitz hinzugenommen – den Aufsteckblitz bei einer Hochformataufnahme. Niemals solltest Du auf die Idee kommen, einen Systemblitz auf diese Art und Weise einzusetzen, wenn Du ein gutes Foto haben möchtest. Hier funktioniert es trotzdem.

Natürlich kein Meisterwerk – das ist in einer solchen Situation auch schwerlich möglich. Aber der Unterschied zum zuerst gezeigten Bild ist deutlich zu erkennen.

Ja, auch das erste Bild hättest Du – wenn in RAW fotografiert – mit ein wenig Aufwand in einem Bildbearbeitungsprogramm Deiner Wahl entsprechend „aufhübschen“ können. Davon abgesehen, dass ich bei solchen Veranstaltungen keine Zeit für Bildbearbeitung habe, denn der Abnehmer wartet ja schon, verstehe ich auch nicht, warum ich Zeit vor dem Rechner verbringen soll, wenn ich es auch gleich beim Fotografieren richtig machen kann. Beide Bilder sind so aus der Kamera gekommen und hier nur für’s Web verkleinert worden.

Ich habe hier übrigens meine Kamera im manuellen Modus so eingestellt, dass ich mit 1/250s fotografieren konnte. Irgendeine Automatik hätte bei diesem starken Licht von seitlich hinten höchstwahrscheinlich versagt – ich habe es nicht ausprobiert, aber vermute es stark, weil der bildwichtige Teil verhältnismäßig klein ist und dazu auch noch eine weiße Jacke getragen wird. In meinem Fall bedeutet das, dass ich bei ISO200 mit Blende 13 fotografiert habe.

Warum habe ich diese Blende-Zeit-Kombination gewählt? Weil der Blitz bei 1/250s am Effektivsten ist. Und da ich eine relativ große Strecke überbrücken musste – Herr Rudolph stand ja weiter weg von mir – brauchte ich viel Blitzpower. Der Blitz hat übrigens im einfachen TTL-Modus des Bild belichtet und – wie ich finde – seine Arbeit sehr gut gelöst.

So fotografiere ich also im Sommer, wenn viel Licht zu viel Schatten führt. Die Sonne als „rim light„, als Streiflicht einsetzen, auf die Lichter belichten (eher etwas unterbelichten), die Kamera manuell entsprechend einstellen und den Systemblitz im TTL-Automatikmodus mitdenken lassen. Das führt sehr oft zu sehr guten und schnellen Ergebnissen. Probier’s mal aus…

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