Ostergrüße
Stefan Groenveld

Ostergrüße mit der Erkenntnis, dass die Fuji X100s im Makrobereich bei Offenblende unfassbar weich abbildet.

Dabei funktioniert das manuelle Scharfstellen sehr gut. Die Kamera hat mehrere Hilfen beim Fokussieren ohne Autofokus. Das Schnittbild – mit zusätzlicher Vergrößerungsoption – finde ich hilfreich bei größeren Objekten. Bei so kleinen Elementen, wie hier dem Inneren der Blüte, ist das sogenannte Fokuspeaking – in der deutschen Übersetzung heißt das bei Fuji Glanzlicht – ein guter Assistent, um vor dem Auslösen feststellen zu können, ob das Bild auch scharf wird.

Notwendig ist bei allen Fokusmodi Licht. Auch wenn der Autofokus recht schnell trifft, ist er doch nicht mit einer digitalen Spiegelreflexkamera vergleichbar. Das liegt zum einen an dem Fokussensor, der eben nicht kreuzförmig ist, sondern nur in eine Richtung verläuft. Da ist es manchmal nötig, die Kamera im Hochformat scharf stellen zu lassen…

Außerdem benötigt der Autofokus recht viel Licht. Auch wenn die Fuji X100s durchaus bei ISO6400 brauchbare Ergebnisse liefert, kann es sein, dass sie nicht automatisch fokussieren kann. Zum Vergleich: der AF meiner Nikon D4 stellt auch bei ISO25600 sehr zuverlässig scharf – aber die kostet auch ein paar Taler mehr 😉

Das Blumenbild siehst du hier in der jpg-Variante, so wie es direkt aus der Kamera kommt. Ich habe es auch im RAW Format fotografiert, aber in der Schärfe hat das Bild – wenig verwunderlich – keine Reserve. Dafür kannst du mit dem RAW der Fuji bei eventuellen Tonwertabrissen in hellen Bereichen noch etwas retten. Während eine Nikon D800 bei niedrigen ISO Werten eine wahnsinnige Belichtungsspanne umfassen kann, ist bei der Fuji X100s doch wesentlich schneller Schluss – auch bei ISO 100. Gerade auf Überbelichtungen reagiert die Kamera eher empfindlich. Das habe ich so zuletzt bei dem CCD-Sensor der Nikon D200 erlebt. Die neueren CMOS Sensoren von Nikon – und sicherlich auch Canon – kommen mit Überbelichtungen ganz gut zurecht. Mit der Fuji X100s musst Du also exakter belichten. Das gelingt aber ziemlich gut, dank der sehr zuverlässigen Belichtungsautomatik.

Nach dem kurzes Abriss über einige Unzulänglichkeiten der Fuji X100s wünsche ich Dir ein friedliches Osterfest und widme mich wieder meiner Osterlektüre

X100s

5 Bemerkungen
  1. Das mit der weichen Macro Abbildung steht auch in der Anleitung, wenn ich mich recht erinnere. Fuji schlägt ein Abblenden auf mindestens f4 vor.

    Die Überbelichtung bekommst Du mit DR200 oder DR400 in den Griff. Der Sensor hat dafür mehr Reserven in den Tiefen. Ein leichtes Unterbelichten ist in hohen DR Situationen daher von Vorteil 😉

    Frohe Ostern 🙂

    1. Danke für Deine Tipps. Allerdings ist DR200 und DR400 bei niedrigen ISO Werten nicht einstellbar. Der Effekt des höheren Dynamikumfangs wird durch Anheben der Tiefen erreicht. Alles schön und gut, aber deswegen sind die Tonwertabrisse in den Helligkeiten trotzdem unschön und eben anders als bei meinen Nikons. Mehr habe ich ja nicht geschrieben 😉

      1. Leichtes Unterbelichten bei DR100 und niedrigen ISO Werten mögen die X-Trans Sensoren lieber, da sie in den Tiefen mehr Umfang abbilden.

        Und zumindest bei meiner FF Canon sehe ich keinen Vorteil bei den Höhen, aber die sind ja auch für den relativ geringen DR-Umfang bekannt. Nikon ist da sicherlich besser…

  2. Ich sehe schon Stefan, wir beide pendeln diese Feiertage zwischen Lesen, Buch, Kaffee und X100s hin und her 🙂

    Teile die Erfahrungen von Dir obenstehend auch so.

    Wünsche Euch da oben in Hamburg schöne Feiertage!

    Liebe Grüße aus dem Taunus

    Jörg

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