Neues von der Hardwarefront

tl;dr: Diese Woche habe ich mir mal ein paar Neuerscheinungen genauer angeschaut. Hier meine persönlich Meinung zur Nikon Df, Sony A7(R) und Profoto B1.

Zunächst habe ich mir mal die Nikon Df etwas näher angeschaut. Liegt gut in der Hand, ist wertig verarbeitet und ist kleiner sowie leichter als z.B. meine D800e. Der kleine Finger meiner Hand findet zwar keinen Halt mehr am kurzen Griff der Nikon Df, aber mich hat das nicht gestört. Sicherlich ist die Df eine schicke Reisekamera und als „kleine D4“ auch eine gute – vor allem preislich gute – Alternative zur echten D4. Was ich aber nicht verstehe ist, warum Nikon diese Kamera nur im Kit mit einem 50mm f/1.8 anbietet. In anderen Ländern gibt es die Kamera auch als Body only zu kaufen. Ich wüsste jedenfalls nicht, was ich mit einem weiteren 50er in meinem Objektivpark machen sollte. Auch die Begründung, das Design des Objektivs wäre an die Df angepasst, stimmt höchstens für die silberne Df. So oder so vermute ich stark, dass die Kamera spätestens 2014 im Preis deutlich fallen wird. Ich habe selten eine Nikon Neuentwicklung gesehen, die in ähnlich zahlreicher Form in allen Hamburger Fotogeschäften erhältlich war. Darüberhinaus hat Nikon das Problem, dem Otto-Normalverbraucher deutlich zu machen, wieso er 3000€ für läppische 16 Megapixel zahlen soll. Ich meine, ich weiß ja, wie geil der Sensor einer D4 auch bei schlechten Lichtbedingungen funktioniert – einschließlich dem tollen Autofokus, der in der Df nur wenig „kastriert“ ist, und weiß den Dynamikumfang bei niedrigeren ISO Zahlen sehr zu schätzen. Aber erkläre diese Vorteile der wenigen Pixel mal dem Otto-Normalverbraucher…

Apropos viele Megapixel: auch Sonys spiegellose Vollformatkamera A7 habe ich näher betrachtet. Natürlich ist der Body hier noch kleiner als bei Nikons Df, aber auch als die Leica Modelle. Mir lag sie trotz der Abmessungen gut in der Hand. Der Body ist übrigens ungefähr so groß wie die Fuji X-E1 oder X-E2, wobei die Fujis ja „nur“ einen kleineren APS-C Sensor haben. Allerdings hat mir der Sony-Body viel zu viele Knöpfe. Übersichtlichkeit ist Trumpf, liebe Sonys. (Nachtrag: Ganz vergessen – der Verschluss ist tierisch laut. Unauffälliges fotografieren ist damit nicht möglich. Dachte beim ersten Auslösen zunächst an den Spiegelschlag einer alten Mittelformatkamera, aber die Sony hat ja gar keinen Spiegel…) Übrigens macht es aus meiner Sicht auch wenig Sinn, einen kleinen Body zu entwickeln, aber die Objektive nicht mitschrumpfen zu lassen. OK, das ist wegen des Vollformatsensors auch schwierig – hier zeigt Leica, wie man es macht, wenn auch auf Kosten des Autofokuses. Ich hatte ja neulich schon mal was zur technischen Weiterentwicklung der letzten Jahre im Kamerasektor geschrieben und Sony hat hier auf jeden Fall den nächsten interessanten Schritt getan. Die Zeit wird zeigen, ob die Objektive besonders die36 Megapixel der A7R auch auflösen. Als Besitzer einer D800e habe ich da ja so meine Erfahrung bezüglich Auflösungsvermögen aber auch Verwacklungsproblemen gemacht. Sony ist derzeit mit der Marktreife der Objektive auch rund 6 Wochen zu spät dran. Es bleibt spannend…

Ja, und dann war ich noch bei der Präsentation vom Profoto B1. Dieser Akkublitzkopf ist meiner Meinung nach mal eine richtig spannende Weiterentwicklung und erleichtert nicht nur Blitzanfängern das Arbeiten mit Studioblitzanlagen enorm. Von der bei Profoto gewohnt guten Verarbeitung mal abgesehen, wartet dieser Kompaktblitzkopf mit einigen wirklich gelungenen Entwicklungen auf. Das Highlight ist die erstmals in einem Studioblitz eingebaute TTL-Fähigkeit. Aktuell funktioniert die TTL-Messung nur mit Canon Kameras, aber an einer Lösung für Nikon wird schon gearbeitet. Danach werden sich die Entwickler von Profoto wohl an die Blitzsynchronisation jenseits der 1/250s – sprich HSS bzw. Hypersync bzw. FP-Kurzzeitsynchronisation – machen. Das Tolle ist, dass die TTL Steuerung in speziellen Sendern verbaut ist: während Systemblitze immer nur auf einem Kamerasystem arbeiten, können die Profoto B1 Blitze für Nikon oder Canon genutzt werden – Voraussetzung ist nur die entsprechende Sendereinheit auf der entsprechenden Kamera. Eine weitere feine Sache ist, dass die Blitze die Blitzstärke auch im TTL Modus anzeigen und du die entsprechenden Werte für die manuelle Steuerung mit einem Knopfdruck übernehmen und weiterverwenden kannst. Im Prinzip ist so der B1 Blitz gleichzeitig auch ein Belichtungsmesser. Funktioniert wirklich sensationell und macht das Arbeiten mit Studioblitzen kinderleicht. Canon Nutzer können also schon jetzt die komplette Funktionalität vom Profoto B1 nutzen, Leute mit Nikon Kameras müssen auf die TTL Sender warten. Alle können mit der Air Remote die B1 Blitze über Funk manuell steuern. Ganz ehrlich: für mich ist der Profoto B1 die fototechnische Entwicklung des Jahres!

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