Worauf achten…?

Heute morgen habe ich bei Facebook die Frage gestellt, worauf beim Blick durch den Sucher geachtet wird. Die Antworten sind sicherlich nicht allgemeingültig, aber ich glaube trotzdem irgendwie typisch.

Nun möchte ich etwas zu meinem „Workflow“ am Sucher schreiben. Eventuell erkennst Du so den ein oder anderen Tipp, den Du für Dich nutzen kannst. Denn eins ist auch klar: viele Wege führen nach Rom und jeder wird seine eigenen Vorlieben haben.

Eine Vorbemerkung: ich fotografiere geschätzt 99,5% meiner Fotos im manuellen Belichtungsmodus.

Bevor ich die Kamera zum Auge führe, habe ich mir schon Gedanken zur Einstellung von ISO, Blende und Zeit gemacht. So stelle ich meine ISO bei Tageslicht auf ISO200 (niedriger geht die D3 nicht, bei der D7000 stelle ich ISO100 ein), Dämmerlicht ISO800-1250, recht dunkel ISO3200. Damit bin ich grob im grünen Bereich. Die Blende mache ich abhängig von der Anzahl der Personen, die ich fotografiere, und die Belichtungszeit, ob sich das zu fotografierende Objekt bewegt oder nicht. Eventuell muss ich dann die ISO Zahl verändern, z.B. bei sich bewegenden Gruppen.

Meine Kamera steht auf Spotmessung. Damit misst die Kamera am Fokusmessfeld die Belichtung. So kann ich während des Fokussierens meine gewählte Belichtung von der Kamera „gegenchecken“ lassen – und korrigieren. Dabei ist das Fokusmessfeld in sehr vielen Fällen das mittlere. Erstens ist es zum Fokussieren das schnellste und treffsicherste, zweitens brauche ich nicht bei jeder Aufnahme ein neues Messfeld auswählen und drittens ist es für mein weiteres Vorgehen egal 🙂

Ich habe meine Kamera nämlich so eingestellt, dass der Druck auf den Auslöser nicht den Autofokus betätigt. Auslöser und Autofokus sind zwei unterschiedliche Knöpfe – und meine Kamera steht auf kontinuierlichem Autofokus (diese Einstellung ist hilfreich, wenn sich statische Momente und bewegte oft abwechseln – sonst müsste ich je nach Aufnahmesituation meine Herangehensweise ändern).

Ich habe für mich dieses Vorgehen schätzen gelernt, denn nun kann ich – solange ich den Abstand zwischen mir und dem Objekt nicht verändere – mich voll auf das Objekt konzentrieren.

Da ich oftmals Menschen vor der Linse habe, kann ich mit diesem Workflow und mit diesen Einstellungen meine Kamera sogar vom Auge nehmen und mit dem Menschen kommunizieren – und trotzdem blitzschnell auslösen, im Zweifelsfall sogar aus der Hüfte (da ist der Erfolg natürlich stark brennweitenabhängig…)

Für mich ist bei dieser Art zu Arbeiten am Wichtigsten, dass ich mich sehr stark auf das sogenannte Compositing konzentrieren kann – wie setze ich den Menschen in Bezug zu den Dingen um ihn herum. Dabei achte ich besonders stark auf den Hintergrund, gerade bei weitwinkligen Aufnahmen. Denn was nutzt das optimal belichtete Bild, wenn ein Strassenschild die Aufmerksamkeit des Betrachters vom eigentlich Portraitierten „wegholt“ oder gar ein Laternenpfahl aus dem Kopf eines frischverliebten Paares wächst.

Mein Tipp lautet also: achte beim Fotografieren auf den Hintergrund!

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