„was Herr Jedermann über Fotografie weiß“

Modernste Kamera (D7000) kombiniert mit uralter Optik (AI-S 35mm f/1.4)

Bei der Vorbereitung meines mittlerweile ausgebuchten Blitzworkshops bin ich über ein wunderbares Zitat gestolpert:

„Es ist schade, dass die heute in Herstellerlabors übliche Präzision der Meßmethoden und -ergebnisse in den »Durchschnittswerten« des Fotoalltags aufgeweicht wird – eine Beobachtung, die man allenthalben bei Gerät und Material machen kann.
Es tut sich heute eine tiefe Kluft auf zwischen den exakten Standards der Hersteller und zwischen dem, was Herr Jedermann über Fotografie weiß und damit macht. Bis auf ein paar Ausnahmen werden heute nach anspruchsvollen Qualitätsnormen Systeme hergestellt, deren ganze eingebaute Intelligenz verhindern soll, dass der Fotograf seine eigene anstrengt!
Dieser Hang zur Narrensicherheit schränkt den schöpferischen Berufsfotografen so weit ein, dass er nicht mehr die vollen Eingriffsmöglichkeiten hat. (…) Indessen mag zutreffen, dass dem Gelegenheitsfotografen die narrensichere Ausrüstung eher zum Erfolg verhilft.“

Frage nun an Dich: von wem ist dieses Statement und wie alt ist es?

Gut, das „von wem“ ist recht schwierig zu erraten. Es ist von Ansel Adams, dem großen Meister der Schwarzweiß-Photographie. Hauptsächlich bekannt durch seine grandiosen Fotos aus dem Yosemite-Park.

Wenn Du weißt, von wem es ist, dann ist die Frage nach dem Alter relativ gut zu beantworten: ziemlich genau 30 Jahre. Ich finde dieses Statement deswegen so interessant, weil ich das Gefühl habe, dass bestimmte Punkte immer wieder angesprochen werden. Gerade in der Fotografie.

Ist das ein Grund negativ in die Zukunft zu schauen? Nein. Auch nicht für Ansel Adams, damals. Seine Worte enden nämlich mit:

Neue Konzepte und Methoden erwarte ich geradezu neugierig. Ich glaube, dass das elektronische Bild den nächsten, größeren Fortschritt der Bilderwelt darstellt.

Wie recht der Mann doch hatte…