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Demos am Millerntor

Natürlich war das Unentschieden vom FC St. Pauli gegen Sandhausen auch am nächsten Tag noch beim Spiel der U23 ein Thema. Meine Lieblingssportphilosophin Eva Kalla fasste punktgenau zusammen: „Wenn Du in Fürth einen Punkt holtst und gegen Sandhausen gewinnst, hast du auch 4 Punkte und alle sind glücklich.“ Ich hatte auch schon vor dem Spiel befürchtet, dass es gegen die tiefstehenden Sandhäuser schwer werden wird. Von daher bin ich glücklich, dass sich die Mannschaft nicht – wie gegen Paderborn – hat auskontern lassen. Sandhausen kam gefühlt in der 90. einmal gefährlich vor’s Tor. Da hatte der FC St. Pauli schon mehr Chancen, aber ebensowenig Fortune. Daher kann ich die unverschämt pöbelnden Rentner auf der Haupttribüne nicht im Geringsten verstehen.

Letztlich ist das aber alles egal. Was zählt sind derzeit andere Themen. Wieder einmal konnte das farbenfrohe Millerntor zeigen, dass Homophobie und Sexismus nichts im Fussball zu suchen hat. Das gilt natürlich nicht nur für den Fussball, sondern für alle Lebensbereiche.

Was mich darüber hinaus überaus glücklich gemacht hat, war die wahnsinnig breite Zustimmung zur Aufforderung an den derzeitigen Hamburger Senat sich nicht hinter Gesetzen zu verstecken und Gerichtsentscheidungen vorzuschieben, sondern als Politiker unter humanen Gesichtspunkten zu handeln. Bei der verqueren Meinungsbildung durch Hamburger Zeitungen, die sich überwiegend nicht auf ihren journalistischen Auftrag besinnen, sondern lieber Polizeimeldungen abschreiben und Steigbügelfragen an die handelnden Personen Scholz und Neumann stellen, hätte ich das breite „Refugees welcome“ nicht erwartet. Wenn ich die Stimmung im Millerntor richtig deute, würde mich nicht wundern, wenn die Hamburger SPD bei der nächsten Bürgerschaftswahl unter 5% rutscht…

Ich bin gespannt, ob die Lösungssuche für die Menschen, die unter anderem vor deutschen Waffen geflohen sind, bis zum nächsten Heimspiel andauert. Dann ist wieder Heimspiel – zur besten Sendezeit im Livefernsehen. Könnte ja sein, dass es ausnahmsweise mal ein Vorteil ist, an einem doofen Montagabend zu spielen…

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Die Kamera ist für mich der Schlüssel. Mit ihr öffne ich Türen und betrete das Leben anderer Menschen. Manchmal für Sekunden, manchmal für sehr viel länger. Diese intimen Momente begreife ich als Auszeichnung. Als Chance. Und jeder dieser Augenblicke verändert mich und meine Sichtweise.

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