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Urheberrechtsverstoß und ausgezogene Schuhe

Ja, es ist völlig normal, dass meine Bilder geklaut werden. Nein, ich freue mich nicht drüber. Warum auch? Und die weitverbreitete Annahme, dass ich durch Urheberrechtsverletzungen reich werde, konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen. Andere übrigens auch nicht. Gestern Abend hat es mir allerdings die Schuhe ausgezogen…

Die Theorie ist ganz einfach: Du darfst nur Bilder auf Facebook, Twitter, Tumblr, YouTube, Vimeo, etcpp zeigen, die du selbst aufgenommen hast. Leider scheint diese ganz einfache Umgangsform im Laufe der Zeit verloren zu gehen. Und der Abschreibeskandal von dem vormals Doktor zu Guttenberg ist einer der Sargnägel vom Urheberrecht und dem Umgang mit fremden Federn.

Wenn mir auf Facebook ein Bild auffällt, von dem ich weiß, dass es von mir ist, mache ich den Nutzer in einer freundlichen Mail oder einem freundlichen Kommentar darauf aufmerksam. In der Regel ernte ich Verständnis und das Bild wird ausgetauscht. Einmal hatte ich den Fall, dass ein Kommentar unter einem Bild vom Dieb kommentarlos gelöscht wurde. Da habe ich dann Facebook angeschrieben, denn die sind durch die sogenannte Forenhaftung der erste Ansprechpartner. Facebook stellt zu diesem Zweck ein automatisiertes Formular für Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte zur Verfügung. Keine anderthalb Stunden später war das gemeldete Bild kommentarlos gelöscht.

Etwas anders sieht das bei Youtube aus. Beim Ausfüllen des Formulars zur Meldung eines Urheberrechtsverstosses fühlte ich mich schon ein wenig wie der eigentliche Verbrecher. Leider sieht das Formular auch nicht vor einen Link anzugeben, um die Eigentumsrechte des Bildes zweifelsfrei zu klären. So kam es, dass ich zwei Tage warten musste, bis eine Supportmail mich erreichte und mir schrieb, dass sie keinen Verstoss feststellen können. Ich antwortete und bekam einen weiteren Tag später die Meldung, dass das Video mit meinem Bild gelöscht wurde.

Das wollte ich dann natürlich überprüfen – und dann zog es mir die Schuhe aus. Bin ich die GEMA? Muss ich nun einen Shitstorm erwarten? 🙂

Fazit: durch die Forenhaftung sind Urheberrechtsverstöße für Normalsterbliche nur mit Arbeit verbunden. Trotzdem sehe ich es überhaupt nicht ein, dass sich andere mit meinen Federn schmücken. Allerdings habe ich auch nicht die Zeit aktiv nach Nutzung meiner Bilder zu suchen. Von daher mein Wunsch: klaut nicht die Werke anderer Leute.

29 thoughts on “Urheberrechtsverstoß und ausgezogene Schuhe”

Du bist immer der Böse, wenn Du den Leuten nicht das gibst, was sie haben oder sehen wollen. Und für 8 von 10 Usern bist du dann halt der fiese Arsch, der ihnen den Spaß versaut, der sich nicht so anstellen soll und doch froh und dankbar sein kann, wenn man seine blöden Bilder/Filme/Songs überhaupt sehen oder hören will, schließlich tun sie dir doch nur einen Gefallen mit der Verbreitung, sonst geh halt nicht ins Internet und stell‘ deinen Kram halt nicht online, yadda-yadda, etc. pp.
Da es ungefähr so sinnvoll und lustig ist, mit solchen Typen zu argumentieren wie sich Stahlnägel ins Knie zu kloppen, verzichte ich darauf und ignoriere sie, bzw. lösche ihre Kommentare. Nicht einfach für denkende Menschen, aber hey, das Leben ist zu kurz für sowas.
Google versucht wie üblich (also wie schon bei der GEMA) nach Rosen zu duften und die Hände in Unschuld zu waschen indem sie mit dem Finger fett auf den pöhsen Partypupser zeigen. Da musst Du durch, fürchte ich.

Volle Zustimmung zu deinem Vorgehen und vollste auch moralische Unterstützung.

Es kann echt nicht sein, dass der Verletzte hier noch an den Pranger gestellt wird. Was für eine Unart.

Grüße von mir

PS: Bin gerade in der gleichen Situation, aber für einen Text

Naja, was hat er denn mit den Fotos gemacht? War es nur eine Slideshow oder wie? Hat er behauptet die Fotos wären von ihm?

im ersten moment war ich echt überrascht über die nachricht von youtube, die man nun zu sehen bekommt. allerdings wurde hier ja nur dein recht durchgesetzt. und somit wird auf die originale arbeit verwiesen. der interessierte nutzer kann sich nun das original ansehen, sofern es veröffentlicht ist und den urheber dafür entschädigen.
zum zweiten sollte es ja eigentlich nicht problematisch sein, wenn man sein urheberrecht durchsetzt. daher zeigt der post hier aber, dass man selbst als legitimer urheber irgendwie die durchsetzung für „nicht so nett“ hält…(klingt sehr seltsam,aber mir fehlen gerade sinnvollere worte dafür). und dies zeigt m.e. reformbedarf beim urheberrecht. keine abschaffung, bitte nicht falsch verstehen.

darüber hinaus noch eine frage. wenn ich den link zu einem blogpost bei facebook poste, mache ich mir dann das angezeigte bild zu eigen? sollte ich also auswählen, dass eher kein vorschaubild angezeigt wird? irgendwie kam neulich diese frage auf und ich habe noch keine antwort darauf gefunden….vielleicht weiß jemand was

das wäre auch meine interpretation gewesen. danke. beim klick aufs bild wird dieses ja auch nicht innerhalb von fb angezeigt, sondern man wird auf die originalquelle weitergeleitet.

Marc, das ist eine interessante Frage mit der Rechtsverletzung bei Bildern in Facebook Links.
Ich habe das immer so verstanden, das, wenn ich meinetwegen auf ein Blogpost von XYZ verweise, weil er tolle Fotos zum Thema Zierfische in Süswasserbecken macht, und automatisch eines dieser Fotos in der Vorschau nutze, dann ist es soweit okay, weil ich ja a) darauf hinweise, wer das Foto eigentlich gemacht hat, und b) dieses Werk ja (im besten Falle) von der Seite des Rechteinhabers verlinkt habe.
Anders wird es natürlich, wenn ich die Bilder vorher auf meine Seite packe, und sie dann verlinke, ohne Hinweis auf die Quelle.
So verstehe ich das. Aber mein Bauchgefühl ist sicher kein 100% Indikator für richtig oder falsch …

Wenn mir die Bilder eines Fotografen gefallen und ich einen Artikel darüber veröffentlichen möchte, dann würde ich immer vorher kurz Kontakt zu ihm aufnehmen. In der Regel ist es kein Problem, ein oder zwei Bilder dafür zu bekommen. Es soll aber auch Fotografen geben, die wollen gar nicht so gerne, dass ihr Portfolio in einem Blog vorgestellt wird. Das kann man alles vorher einfach abklären.

Ja, das ist sicherlich der beste Weg.
Aber die Kommunikation ist in unserer Zeit ja etwas abhanden gekommen, ohne hier jetzt eine Grundsatzdiskussion anstossen zu wollen …

Hast Du ein Problem damit, dort namentlich genannt zu werden?
Wenn ja, völlig unbegründet 😉

Ich glaube nicht, dass Du jetzt als Buhmann giltst, sondern als Fotograf, der einen ganz selbstverständlichen Einspruch erhoben hat.

Und es folgen ja noch nicht mal irgendwelche Sanktionen, Abmahnkosten oder was auch immer. Also ein Warnschuss ohne Konsequenzen, den Dir nun wirklich niemand übel nehmen kann.

Urhebernennung ist ja sinnvoll, aber in diesem Falle???
Begeht YouTube bei der Nennung des Urhebers auf dem schwarzen Bildfeld nicht Diskriminierung? Ixh vermute, Ungleichbehandlung ist auch nach dem US-Gesetz verboten. Der Rechtsverletzer darf inkognito bleiben, aber der geschädigte wird namentlich geoutet!

Stefan, mach Dich locker. Kein normal Denkender sieht jetzt in Dir den Buhmann, nur weil Du Dein Recht vertrittst! Das eigentlich tragische sehe in darin, dass wir uns an solche Situationen gewöhnen (müssen) – und, auch traurig: ich für meinen Teil stelle so gut wie kein Bild mehr ins Netz – wegen genau solcher Ereignisse (ich bin allerdings auch nicht gezwungen, meinen Lebensunterhalt davon zu bestreiten).

Als neulich zu diesem Thema im Spiegel berichtet wurde, war ich schlich weg entsetzt, mit was für Halbwissen, Unverfrohrenheit und absichtlichem Rechtsbruch unter dem Artikel kommentiert wurde und dem Urheberrecht im Internet Unverständnis entgegen gebracht wurde. Ich bin voll und ganz Deiner Meinung, erahne aber nichts gutes für die Zukunft. Oder es kommt die komplette Gegenkeule als SOPA etc. was natürlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss wäre.

Recht hast du, wer sich nicht wehrt guckt irgendwann dumm aus der Röhre .. von daher würde ich es genauso machen. 😉

Ich kann es voll nachvollziehen, dass du da genervt bist.
Große Firmen können ganz einfach Videos sperren lassen, wenn sie behaupten, dass Inhalt von ihnen verwendet wurde und kleine Benutzer werden vernachlässigt und können nicht viel dagegen tun. Das ist doch echt nicht fair.

Gruß Klaus

Ich finds lustig. Hätte nix dagegen, wenn mein Name da stünde.

„Youtube Video gesperrt, weil das Video Christoph Jahn gehört“.

Cool 🙂 Ich empfinde das nicht als Buhmann. Schlimmer finde ich, dass Du nochmal nachfragen musstest.

Schöne Grüße,

Christoph

[…] YouTube bietet die Möglichkeit, sich über ein Webformular gegen Urheberrechtsverletzungen zur Wehr zu setzen. Erforderlich ist allerdings, dass man einen gültigen Google-Account hat. Stimmt YouTube einer Löschung zu, muss man allerdings damit rechnen, dass man namentlich als „Buhmann“ dargestellt  wird. […]

[…] Wie oben schon erwähnt, beziehen sich OpenSource und die CC-Lizenzen jedoch dem Grunde nach eben gerade auf das funktionierende bestehende Urheberrecht und das Recht des Bestimmens durch den Kreativen. Des Weiteren sollte hoffentlich klar geworden sein, dass es sich bei dem Urheberrecht um den Schutz von geistigem Eigentum handelt, den Dritte nicht einfach „klauen“ dürfen, egal wie einfach das auch und gerade im Internet scheinen mag. Und dass es für diese Unterbindung des geistigen Diebstahls außerordentlich gute Gründe gibt. Leider wird das den meisten nur klar, wenn Ihre eigenen Werke irgendwo an Dritter Stelle und am besten noch kommerzialisiert im Netz auftauchen. Dann heißt es mit einmal „Hey! Was kann ich denn da machen. Das will ich nicht!“, auch wenn vorher noch so oft und soviel von derselben Person für die Powerpointpräsentation oder den Blogbeitrag hier ein fremdes Bild und da ein fremder Text verwendet wurde…Wirklich bedenklich wird es meines Erachtens dann, wenn Urheber aufgrund der „Meinungsmache“ im Netz schon Befürchtungen tragen, Ihre Rechte (auf sehr sanfte) Weise durchzusetzen, da sie dann möglicherweise einem Shitstorm ausgesetzt werden. Genau dies beschreibt, wenn auch noch mit einem Augenzwinkern, der Fotograf Stefan Groenveld in seinem Blog. […]

Hallo Stefan,

daß (Deine) Bilder geklaut werden, ist genausowenig normal wie schwarzfahren. Insofern möchte ich Deiner Einleitung widersprechen.

Was die Formulierung von Youtube angeht, so kann man das differenziert sehen. Würden sie bedauern, daß die Urheberrechtsverletzung passiert ist, so würden sie vermutlich den Eintrag ganz aus der Datenbank entfernen. So muß man das aber wohl so nehmen, wie es da steht und dann wohl auch die Schlußfolgerung daraus ziehen „wir hätten gerne weiter beim Klauen geholfen, durften das aber nicht“. Beim ersten Mal schluckt man. Beim zweiten Mal denkt man sich vielleicht, daß eine solche Einlassung vor Gericht ziemlich ungeschickt wäre. Wer weiß, wozu das nochmal gut ist …

Peter

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